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Exclusiv: Info InflationsschutzSpezialinfo über inflations-indexierte Staatsanleihen
 
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>Fachbegriffe - wie sie nicht im Lexikon stehen<

Inflationsschützende Festverzinsliche sind das Anlagethema der nächsten Monate.Treasury inflation protected securities (TIPS)

Deutsche Anleger wurden jetzt seit fast zwei Jahren seitens der Deutsche Finanzagentur (früher Bundesschuldenverwaltung) und der Presse auf neuartige Staatsanleihen vorbereitet: auf "inflationsgeschützte Anleihen". Im internationalen Sprachgebrauch entweder als treasury inflation protected securities (TIPS) oder oftmals auch als inflation linked bonds (ILB) bezeichnet.

Diese Anleihen sollen dem Anleger eine reale Verzinsung sowie den realen Nominal-geldwert am Laufzeitende garantieren - also vor einer Aufzehrung der angelegten Spar-groschen durch Preissteigerung schützen.

Es gibt eine einfache Methode, dies zu erreichen:
Der bei Ausgabe von TIPS / ILB festgelegte Anleihe-Nominalzins wird bei jeder folgenden Zinszahlung mit dem Preissteigerungsindex multipliziert und ergibt den auszuzahlenden (höheren) Zins. Bei Endfälligkeit wird das gleiche mit dem Nominalbetrag getan. Also Nominalanlagebetrag multipliziert mit Inflationsindex ergibt Rückzahlungsbetrag.

Der Wunsch deutscher Anleger nach inflationsgesicherten Anleihen wurde in den siebziger und achtziger Jahren (also in der Zeit wirklich hoher Inflationsraten) seitens
der damaligen Regierung und insbesondere durch die Bundesbank massiv bekämpft.

Und zwar mit vielen verquasten Argumenten. Es wurde damals "bewiesen", dass
vor Geldwertaufzehrung schützende Anleihen das Übelste für Deutschland wären.
Auf privater Basis durften damals zwar Verträge geschlossen werden, die die Preissteigerungsrate berücksichtigten; aber selbst diese waren damals genehmigungspflichtig!

Die Einführung von TIPS war in Deutschland früher auch an dem Haushaltsstaatssekretär Manfred Overhaus gescheitert. Overhaus ist Mitte 2004 in Pension gegangen. Und deshalb konnte die "innovativere" Staatssekretärin Barbara Hendricks ankündigen, dass ab nächstes Jahr der Bund jährlich bis zu 10 Milliarden EUR dieser TIPS emittieren wird. Am 12.10.05 hat die Deutsche Finanzagentur, die die Schuldenaufnahme des Bundes managed bestätigt, dass das Gesetzgebungsverfahren zur späteren Ausgabe von inflationsindexierten Bundesbanleihen ("BUNDi") eingeleitet wird.

Deutsche Anleger werden bei Anlagen in TIPS derzeit noch bestraft. TIPS gelten noch als "Finanzinnovation". Kursgewinne aus TIPS wären deshalb, selbst nach Ablauf der sog. Spekulationsfrist, steuerpflichtig. Und noch schlimmer: da der später zurückgezahlte TIPS-Nominalbetrag ja durch die bis dahin aufgelaufene Preissteigerungsrate ebenfalls höher als der Ursprungsnominalbeträg sein wird, wäre auch dieser "inflations-schützende" Mehrbetrag steuerpflichtig. Und dies gilt auch dann, wenn ein Fonds mit Inflationsindex-Anleihen erworben wird. Oder wenn eine ausländische, z.B. eine französische auf Euro lautenden inflationsindexierte Staatsanleihe ("OATi") gekauft wird.
Deshalb ist aus steuerlicher Sicht vom Kauf der TIPS derzeit noch abzuraten.

• In den USA und Großbritannien sind TIPS seit Jahren bekannt. In Großbritannien sind die Erträge aus TIPS sogar steuerfrei!
• In Frankreich kennen die Anleger seit rund drei Jahren diese inflationsgesicherten Anleihen.
• Italien und Griechenland haben 2003 erstmals TIPS ausgegeben.
• Japan zog nach; dort wurden Anfang März 2004 erstmals inflationsindexierte Staatsanleihen ausgegeben.
• In der Schweiz wird das Thema diskutiert; aber der neue Leiter der Schweizer Staatsschuldverwaltung, Felix Senn, beabsichtigt vorerst keine i-Bonds auszugeben. Mit schweizerischer Präzision werden Schweizer Anleger über TIPS allerdings schon jetzt aufgeklärt. In einem Interview mit der Züricher Zeitung Finanz + Wirtschaft erklärte ein Vertreter des Schweizer Finanzministeriums denn auch genau, wer welche Vorteile durch TIPS hat:

"Die inflationsgeschützte Anleihe kann sowohl für den Bund als auch für den Investor interessant sein. Der Nominalzins, den wir für normale Bundesanleihen bezahlen, setzt sich aus Realzins, Inflationserwartung und Riskoprämie zusammen. Mit Inflationsbonds könnten wir diese Prämie eliminieren, per saldo also günstiger Geld aufnehmen".

(Update Dezember 2005)

 
 

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