Zu jedem Jahreswechsel beginnt ein Ritual:
Kreditinstitute und sog. Emissionshelfer, beginnen mit Pfeiffen
im dunklen Wald. Sehr genau wissen diese, dass Börsengänge
deutscher Aktien angesichts widriger Umstände auch im diesem
Jahr 2012 so gut wie unmöglich sein werden.
Einige Zeitungen bringen daraufhin auch immer Namen ins Spiel.
Und einige Unternehmen kokettieren sogar damit, dass sie ernsthaftes
Interesse an einer Börseneinführung ihrer Aktien hätten.
Führend dabei ist die Versicherungs-holding TALANX, die
seit mehr als zehn
Jahren ihren Börsengang ankündigt. Allerdings ihn
erst "wenn die und diese und diese Bedingungen eingetreten
seien" durchführe werde. Diese diversen Bedingungen
treten selbstverständlich nicht ein, was Talanx natürlich
genau weiß. Denn die derzeitigen Talanx-Eigentümer
haben kein ernsthaftes Interesse an
einem Börsengang.
Börsengänge, die in 2011 "machbar" gewesen wären, dann
aber doch abgesagt wurden, werden sich auch in 2012 nicht
durchführen lassen.
Einesteils weil (wieder) tief in den roten Zahlen steckend,
wie es bei Hapag-Lloyd der Fall ist und hier das börsenfähige
Aktienpaket seitens tui an den (schon-)Großaktionär weitergereicht
wird.
Andernteils, weil bisherige Eigentümer sehr viel höhere Preisvorstellungen
haben und diese sich bei der auch 2012 anhaltenden miesen Stimmung
deutscher Anleger nicht realisieren lassen.
Insofern sind auch die Börsengänge von Evonik und H. C. Starck
noch in weiter Ferne. Und dies, obwohl beide 2011 tatsächlich
in den IPO-Startlöchern standen.