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>Fachbegriffe - wie sie nicht
im Lexikon stehen<
TER
= Total Expense Ratio
Die Angabe des Total Expense Ratio soll dem Anleger
bei Investmentfonds die jährliche zusätzlich zum einmaligen Kaufkostenaufschlag
anfallenden
Management- und
Verwaltungskosten sowie
'andere Kosten'
"seines"
Fonds in einer Zahl nennen.
Mit der Angabe von "versteckten" Kosten einer Fondsanlage tat sich die
Branche in Deutschland schwer. So schwer, dass dieses TER zuerst zwischen
dem Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen (BAFin) und dem Bundesverband
der Investmentfonds (BVI) zuerst >abgestimmt< werden musste. Diesen
"Verhandlungen" zwischen der Branche und der Aufsicht hat
das ab Januar 2004 geltende neue Invest-mentgesetz endlich ein Ende
gesetzt! In § 41 dieses neuen Investmentgesetzes wird verbindlich
vorgeschrieben, das Investmentgesellschaften die Gesamtkostenquote =
TER in Prozent anzugeben haben.
In anderen Ländern war man schon seit länger Zeit weiter bzw.
ging gleich, ohne längere Verzögerungen zuzulassen, gesetzlich
vor. So wurde es den Fonds in den USA schon vor einiger Zeit vorgeschrieben,
genauestens anzugeben, "was die Investmentfonds wirklich kosten".
Dort wird dann auch angegeben, wie die Fondsmanager vergütet und
die Broker für die gehandelten Geschäfte erhalten ('portfolio
turnover ratio PTR'). Der US-Kongress hatte die Fondsbranche auf's Korn
genommen, da die "versteckten Kosten das Vertrauen der ohnehin
angeschlagenen Finanzmärkte untergraben würden".
Die Angabe der portfolio turnover ratio PTR ist in der Schweiz ebenfalls
verbindlich vorgeschrieben.
Im Zusammenhang mit dem kommenden neuen "Grundgesetz für Wertpapiere",
der EU-MiFID-Richtlinie hatte die Europäische Kommission das Zentrum
für europäische Wirtschaftsforschung ("ZEW") mit
der Ermittlung der üblichen TER in den wichtigsten EU-Mitgliedsländern
beauftragt. Hier das Ergebnis sortiert nach prozentualer Höhe der
TER in den Ländern:
| Land |
|
im Jahr 2005 |
im Jahr 2001 |
% Änderung |
| |
|
|
|
|
| Italien |
|
1,53 |
1,45 |
+ 6 |
| Spanien |
|
1,52 |
1,68 |
- 10 |
| Polen |
|
1,41 |
1,17 |
+ 21 |
| Irland und Luxembourg |
|
1,33 |
1,45 |
- 8 |
| EU-Durchschnitt |
|
1,30 |
1,22 |
+ 7 |
| Finnland |
|
1,25 |
0,95 |
+ 32 |
| Österreich |
|
1,17 |
1,06 |
+ 10 |
| Großbritannien |
|
1,15 |
1,08 |
+ 7 |
| Schweden |
|
1,12 |
1,04 |
+ 8 |
| Belgien |
|
1,12 |
1,00 |
+ 12 |
| Deutschland |
|
1,11 |
1,00 |
+ 11 |
| Frankreich |
|
1,00 |
0,97 |
+ 3 |
| Niederlande |
|
0,82 |
0,56 |
+ 46 |
Die ZEW-Gesamtstudie im Download |
Fitzrovia, eine englische Fondsanalysegesellschaft ermittelt bereits
seit Jahren statistische Daten zur TER. Fitzrovia kam 2005 zu diesen
(stark abweichenden) TER.
Fonds TER-Durchschnitt (pro Jahr)
1,25 % in Belgien
1,41 % in Deutschland
1,58 % in Frankreich
1,62 % in Großbritannien
1,95 % in Italien
2,12 % in Spanien
2,15 % in Luxemburg
Zu beachten ist dabei, dass der sog. Ausgabeaufschlag, den die verkaufende
Bank erhält, in der o.a. jährlichen Kostenbelastung, nicht
enthalten ist. Welche Formel Fitzrovia zur Berechnung des TER verwendet
das erfahren Sie auf dieser
Extraseite.
Die Fondsrating-Agentur Morningstar hatte diesen Ausgabeaufschlag als
"gehört abgeschafft" bezeichnet, und sich damit den Zorn
der Investment- und Bankenbranche zugezogen.
Die neuartigen Hedgefonds bringen i.d.R. eine sogar
noch höhere jährliche Kostenbelastung für den Anleger
mit sich. Fitzrovia untersuchte Ende 2003 rund 400 Hedgefonds und kam
auf eine TER von
3,23 %.
Durch die Angabe des TER würde eine weitere, verbesserte, Vergleichbarkeit
zwischen den Fonds hergestellt. Zumindest könnte der Anleger auf
einen Blick die ihm bisher nur in großvolumigen Rechenschaftsberichten
genannten Kosten ohne weitere eigene Recherchen und Rechenkünste
ersehen.
Ob es aber wirklich zu einer Kostentransparenz kommt?
Denn: erst wenn in das TER auch um die mit der Depotbank vereinbarten
Kosten der Käufe und Verkäufe (Umschichtungen) der Wertpapiere
eines Fonds "angereichert" wird, also alle Kosten ("all-in
fee") ausgewiesen werden, ergibt sich eine völlige Kostentransparenz.
Dies hat der Bundesverband der Investmentgesellschaften ("BVI")
aber öfters scharf zurückgewiesen. Auch das, was Investmentfonds
als Vertriebsprovision zahlen, will der BVI nicht veröffentlichen
lassen.
Auf jeden Fall aber ist der § 41 des Investmentgesetzes der richtige
Schritt, Fondsanlegern in puncto Kosten endlich den Sand aus den Augen
zu wischen
| Wo
im Fondsgeschäft überall Kosten anfallen: |
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| Auf
der Ebene des Anlegers: |
Kauf-/Verkaufkosten
(Ausgabeaufschläge) |
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| Auf
der Ebene des Fonds selbst: |
Transaktionskosten |
|
All-in fee |
| Sonstige
Kosten (Depotbankkosten, Handelskosten, Courtagen, ggf. Börsenumsatzsteuern)
|
Total
Expense ratio (TER) |
| Verwaltungsgebühr
(Portfoliomanagement, Fondsgeschäftsführung, Berater,
Betriebskosten) |
(Update Jan 2007)
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