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Dies sind die Archiv-Informationen, der bei www.boersenseminar.info in den Monaten August bis Ende September 2006 gegebenen Informationen zu Real Estate Investment Trusts:

30.09.06 >REITs-Opponenten geben nicht auf<
Die SPD-REITs-Widerstandsgruppe Runde, Pronold und Hauer geben nicht auf. Im Gegenteil. Sie drängt darauf, dass sich die SPD-Gesamtfraktion mit dem REITs-Gesetz befasst und eine Grundsatzentscheidung dazu trifft. Offenbar gibt es auch eine zweite REITs-Gegengruppe in der SPD; "Netzwerker" genannt.

28.09.06
>Nicht zu früh freuen!<
Der Referentenentwurf REITs und der Versand an die interessierten Verbände stellt noch kein Gesetz dar. Es ist die in Deutschland übliche "Verbändebeteiligung". Das Finanzministerium ("BMF") selbst fordert auf seiner Internetseite in erfreulicher Offenheit auch zur Diskussion des beabsichtigten REITs-Gesetzes auf. Und das BMF stellt dort auch als Download den viel zitierten Referentenentwurf zur Verfügung.

Erste Änderungen des Entwurfs sind auch schon in der Überlegung:
offenbar ist die Regelung (§ 3 Nr. 70 EStG = siehe Seite 24 des Entwurfs), dass Alt-Immobilien auch in sog. Spezialfonds steuerbegünstigt eingebracht werden können, doch nicht gewollt. Und gerade darauf hatten sich Groß-Immobilienanleger so gefreut. Denn sie nutzen überwiegend Spezialfonds zum Halten von Immobilienbesitz und hätten hier tolle steuerlich vorteilhafte Verhältnisse erhalten.

26.09.06 >REITs-Gesetz ist auf den Weg gebracht - und was ist darin neu?<
Der 2. Referentenentwurf zum G-REITs-Gesetz bestätigt im Großen und Ganzen das, was bekannt ist. Hier unter Datum 13.08. (bitte nach unten scrollen) schon aufgeführt.

Neu (zumindest anders formuliert) ist die Regelung, welche Aktionäre mit welchen Besitzanteilen ein deutscher REITs aufweisen muss:
75 % des REITs-Aktienkapitals dürfen anfangs, also nach Gründung, in Händen von inländischen Großaktionären sein. 25 % müssen bei Börseneinführung in Hände von Kleinaktionären ("Streubesitz") übergehen. Ein "Kleinaktionär" innerhalb dieser 25 %-Marke darf maximal 3 % der Aktien halten.

Neu ist, dass der "Kleinaktionärsanteil" am REITs-Grundkapital drei Jahre nach Börseneinführung auf 15 % "abgeschmolzen" sein darf.

Neu ist, dass es sogenannte Vor-REITs geben kann. Auch in diese Vor-REITs können Alt-Immobilien zum gemilderten Gewinnsteuersatz eingebracht/verkauft werden. Vor-REITs sind REITs, die gegründet werden und erst später zum Börsenhandel angemeldet werden.

Neu ist, dass Alt-Immobilienbesitz zu gemilderten Steuersätzen auf den Buchgewinn auch in Offene Immobilienfonds eingebracht/verkauft werden kann.

Das war der Tag...
Heute, 13:00 Uhr
: Die Interessenverbände von Kreditinstituten und Wohnungswirtschaft treiben ihre Rechtsanwälte und Berater an, die Passagen im neuesten Referentenentwurf auf Vor- und Nachteile für ihre Eigeninteressen zu prüfen.

Heute, 08.45 Uhr: Erste Terminabstimmungsgespräche, wann sich welche Gremien mit dem REITs-Gesetz befassen werden.
Ergebnis: Kabinettsbeschluss Ende Oktober. Dann Übermittlung an Bundesrat Anfang November und abschließende Bundesratssitzung Mitte Februar.

Heute, 08:13 Uhr: Die erste Reuters-Meldung über den REITs-Versand flimmert über die Nachrichtenbildschirme. Weitere Meldungen fast stündlich. Mit Info-Fetzen aus dem Entwurf.

Heute, 08:00 Uhr: Finanzminister Steinbrück tütet den 2. Referentenentwurf zum REITs-Gesetz ein und Boten bringen seine Post in die beteiligten Berliner Ministerien und übermitteln es den Bundesländern. Das REITs-Gesetz wird nämlich ein vom Bundesrat zu genehmigendes Gesetz werden.

26.09.06 >Vehemente Argumente gegen REITs kommen vom Mieterforum Ruhr<
Unter dem Arbeitstitel Mieterforum Ruhr haben der mehrere Mietervereine der Region Ruhr einen 18seitigen Offenen Brief an Finanzminister Steinbrück geschrieben.

Tenor:      REITs wären der Tod der Sozial- und sonstigen Mietwohnungen.
Wertung: Gut geschriebene, mit Negativ-Beispielen versehene, Anti-REITs-
                  Stellungnahme.

20.09.06 >In Deutschland kann man Politiker vor allem durch die Medien beeinflussen<
Trotz dieser Weisheit gibt es noch ein paar hartgesottene Professoren, die losgelöst von politischen, idiologischen und wirtschaftlichen Zwängen in ihren Universitäten die Zukunft erdenken und dann klare Worte sprechen.
Professor Dr. Ramon Sotelo, der die Juniorprofessor am Lehrstuhl für Immobilienökonomie der Bauhaus Universtität in Weimar innehat, hat die Zukunft der deutschen Real Estate Investment Trusts ("G-REITs") gedacht.

Er kommt unter anderem zu diesen bemerkenswerten Gedanken und Thesen:

Reits fördern nicht, sondern bremsen den Verkauf von ganzen ehemals
  gemeinnützigen [Wohnungsbau-]gesellschaften.

• Auf Grund von Kostenvorteilen bei der Finanzierung mit REITs wirken diese
  tendenziell mietpreisdämpfend.
• Wenn REITs für den Wohnungsmarkt nicht geöffnet werden,
  dann ist in der Tendenz eher mit stadtplanerischen Problemen in der   Wohnungswirtschaft zu rechnen:
  die Kommunen verkaufen die [Wohnungs]bestände auch ohne REITs.

Seine Anforderungen an den Deutschen REIT hat er ebenfalls ganz klar formuliert:
"Wenn wir einen Deutschen REIT schaffen, der so gut ist wie der in Großbritannien, wird sich der Deutsche [REIT] gegenüber dem UK-REIT nicht durchsetzen; wir müssen wesentlich besser sein!"

14.09.06 >Der 1. September war kein guter Tag für REITs<
Am 1. September hatte Staatssekretärin Barbara Hendricks versucht, den REITs-Widerständler rund um die SPD-Abgeordneten Ortwin Runde und Florian Pronold, zu erklären, dass REITs für Deutschland Vorteile bringen werden. Das ist Frau Hendricks nicht gelungen.

12.09.06 >Börsenmakler bereiten sich auf deutsche REITs vor<
Die Kursmakler der ICF Kursmakler AG in Frankfurt haben vor ein paar Tagen rund 140 ausländische REITs-Aktien in ihre Freiverkehrs-Skontroführung aufgenommen. Rainer Roubal, Chef der ICF Kursmakler, will mit dieser REITs-Handelsaufnahme Erfahrungen sammeln und sich sozusagen auf den Handel von G-REITs vorbereiten. Die Planungen für die G-REITS-Börsenhandel in Frankfurt laufen so, dass es wahrscheinlich zwei Skontroführer für deutsche REITs dort geben wird. "Die ICF Kursmakler AG wolle sich als kompetenter Dienstleister in diesem Bereich positionieren", äußerte sich Roubal gegenüber der Börsen-Zeitung.

09.09.06 >Welche Anlageerfolge brachten REITs den Anlegern?<
Dieser Frage ging Peter Westerheide vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ("ZEW") nach. Er veröffentlichte soeben seine 37seitige Studie (in englischer Sprache), in der zum Ergebnis kommt, dass "Immobilienaktien in den meisten Ländern eine bemerkenswerte nominelle wie auch reale Rendite" aufwiesen. Seine Untersuchung bezog sich auf die REITs-Länder USA, Kanada, Australien, Japan, Niederlande, Belgien und Frankreich. Untersucht wurden jeweils vier Zeiträume zwischen den Jahren 1990 bis 2004. Die Studie gibt auch die Korrelationen zwischen REITs und Industrie-Aktien sowie Festverzinslichen Wertpapieren an. Das unter der Überschrift <Cointegration of Real Estate Stocks and REITs with Common Stocks, Bonds and Consumer Price Inflation> ist ein "Muss" für alle Portfoliomanager.
ZEW Studie REITs-Performance im pdf-Dateiformat aufrufen...

(Ein herzlicher Dank geht an Mathias Bohm, "REITs-Student an der der Europa-Universität Frankfurt (Oder), der mich auf diese Studie hinwies)

02.09.06 >Steinbrück vertagt REITs-Gesetz weit in das Jahr 2007 hinein<
So zumindest lassen sich neue Pressemeldungen über seine Äußerung, REITs "rückwirkend" per 01.01.2007 einzuführen. In die Riege der Lobbyisten gegen REITs in Deutschland hat sich erneut der Mieterbund eingereiht. Und dieser Druck hat unseren Finanzminister einknicken lassen. Jubel in der Londoner City. Denn dort ist die UK-REITs-Gesetzgebung ohne Gegner auf dem Weg in die abschließenden Verfahren.

Die erneute Schädigung des sog. Finanzplatzes Deutschland nahm die FDP gestern zum Anlass, die Pressemitteilung zu veröffentlichen:
Zu den Äußerungen von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, das Kabinett erst im Herbst mit dem Gesetzentwurf zu den REITs zu befassen und ein Gesetzgebungsverfahren eventuell erst im nächsten Jahr einzuleiten, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Carl-Ludwig THIELE:

"Mit seinen Äußerungen zur Einführung von REITs gibt der Bundesfinanzminister seine Niederlage gegenüber einigen sturen Finanzpolitikern der SPD-Bundestagsfraktion zu. REITs werden wenn überhaupt erst im nächsten Jahr und dann gegebenenfalls rückwirkend eingeführt. Damit gibt Peer Steinbrück den Ideologen in der SPD nach. Deutschland droht damit international ins Hintertreffen zu gelangen. Alle großen Industrienationen haben das Anlageinstrument der REITs bereits eingeführt, das zu einer großen Belebung auf den Immobilienmärkten führt. Sollten sich die Ideologen in der SPD endgültig durchsetzen, wird wieder einmal Geschäft aus Deutschland vertrieben. Für die FDP fordere ich den Bundesfinanzminister auf, unverzüglich einen Gesetzentwurf im Deutschen Bundestag einzubringen und so seine Zusagen nach einer pünktlichen Einführung von REITs einzuhalten".


28.08.06 >Weit nach vorn mit Immobilien<
Das Hamburger Privatbankhaus Berenberg und das Hamburger WeltWirtschaftsInstitut ("HWWI") haben im Februar 2006 weit nach vor gedacht und eine umfangreiche und tiefgründige Immobilienstudie mit dem Titel STRATEGIEN 2030 erarbeitet. In dieser Studie wird ab Seite 56 auch auf >Immobilien als Anlageklasse< und kurz auf REITs eingegangen.
Ein Einblick in das Inhaltsverzeichnis gefällig?
Dann clicken Sie hier für pdf-Datei Inhalt.
Der Direktlink zur Berenberg-HWWI-Studie im pdf-Dateiformat ist:
http://www.berenberg.de/fileadmin/assets/pdf/Strategie_2030_Immobilien.pdf


24.08.06.
>Weitere Details aus dem offiziell gar nicht existierenden REITs-Gesetzentwurf<
Es sollte in Deutschland, wie in anderen modernen Ländern ein Informationsfreiheitsgesetz geben. Dieses verpflichtet, Behörden und Öffentliche Institutionen, den Bürgern alles offen zu legen, was nicht geheim ist. Dann würde das Bundesfinanzministerium gezwungen, den 52seitigen "Entwurf eines Gesetzes zur Schaffung deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen" jedermann zur Einsicht zu überlassen.
Derzeit läuft dieser Gesetzesentwurf bei vielen Zeitungsredaktionen und wahrscheinlich auch bei den Lobby-Verbänden der Wohnungswirtschaft und bei der Initiative Finanzplatz Deutschland ("IFD") um.
Und diese verarbeiten dieses Entwurfspapier für Presseartikel, die tröpfchenweise aus den REITs-Formulierungen im kommenden Gesetz zitieren. Aber eben nur tröpfchenweise.
So berichtet z.B. die FAZ, wie es durch das REIT-Gesetz sichergestellt wird, dass die dort enthaltene Streubesitzklausel eingehalten/überprüft werden kann: dadurch, dass REITs vinkulierte Namensaktien ausgeben werden.

24.08.06 >Herzlichen Glückwunsch zur REITs-Diplomarbeit<
Nicole Schulz, Studentin an der Technischen Universität in Berlin hat ihre Diplomarbeit mit dem Titel "Zulassung von Real Estate Investment Trust in Deutschland" vorgelegt. In ihrer Arbeit hat Nicole Schulz dargelegt, welche "Stolpersteine" sich auf dem Weg zu Reits-ins-Deutschland in den Weg stellten - und noch stellen.

Hier der Inhalt ihrer Diplomarbeit auf Click...im pdf-Dateiformat zum Herunterladen.

Interessiert an allen Ergebnissen dieser Diplomarbeit? Dann bitte Ihre eMail zur Vermittlung eines Kontaktes mit Nicole Schulz.

21.08.06 >Finanzminister Peer Steinbrück hat die Faxen satt<
Die Zeitung Die Welt  wird in der morgigen Ausgabe berichten, dass "er hat seine Staatssekretärin Barbara Hendricks beauftragt hat, am 1. September mit führenden Finanzpolitikern der eigenen Partei eine Einigung über ein Gesetz zu Real Estate Investment Trusts (REITs) zu erzielen. Dies verlautete aus Steinbrücks Ministerium. Bereits im Vorfeld dieser neuen Bemühungen sollen Mitarbeiter des Ministeriums die quertreibenden SPD-Abgeordneten in "Einzeltherapie" nehmen: In separaten Gesprächen sollen die Abweichler vom Ministeriums-Kurs endlich von den erwarteten Steuervorteilen überzeugt werden."

17.08.06 >REITs-Steuerschlupfloch wird geschlossen<
Das in der Information (hier am 13.08.) erwähnte Steuerschlupfloch durch Aufbau größerer REITs-Aktienpakete durch "indirekte Beteiligung" und damit Umgehung der sog. Streubesitzklausel wird geschlossen. So jedenfalls äußerte sich nach Meldung der Börsen-Zeitung der SPD-Finanzpolitiker Reinhard Schulz.

16.08.06
>CDU fordert, dass REITs-Einführung nicht verzögert wird<
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) treibt seine Beamten an, den Referentenentwurf zum REITs-Gesetz spätestens in 14 Tagen vorzulegen.
Denn am 1. September will er mit den SPD-Opponenten sprechen, um endlich zu erreichen, dass die populistisch auftretende Anti-REITs-Gruppe seiner Bundestagsfraktion sich den sachlichen Gründen für eine REITs-Einführung nicht weiter verschließt. Er will ihnen einen REITs-Gesetzentwurf vorlegen, der den Oponennten sehr weit entgegenkommt.
Aus seinem Ministerium wird dennoch schon "vorsorglich" in Frage gestellt, dass ein REITs-Gesetz überhaupt noch in diesem Jahr vorgelegt werden kann.
Wie die Welt berichtete, "gebe es noch Diskussionsbedarf, bestätigte eine Ministeriumssprecherin". Und "erst einmal müssen wir uns hier im Haus einigen, und danach muss noch die Politik zustimmen, sagte ein Ministeriums-Insider.

Daraufhin verbreitete der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Otto Bernhardt und der Obman der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Finanzausschuss Leo Dautzenberg diese Pressenotiz:

Zur gegenwärtigen Diskussion um die Einführung von Real Estate Investment Trusts (REITs) erklären der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Otto Bernhardt MdB, und der Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Finanzausschuss, Leo Dautzenberg MdB:

Das Bundesfinanzministerium hat vor der Sommerpause klar zu erkennen gegeben, dass spätestens im September dieses Jahres ein Gesetzentwurf zur Einführung von REITs zum 1. Januar 2007 vorliegen soll. Wenn jetzt der Zeitplan in Frage gestellt wird, kann und will die Union diesen taktischen Spielchen nicht zustimmen.

Eine Verzögerung bei der Zulassung von REITs würde das Vertrauen in den deutschen Finanzplatz nachhaltig stören. Es sind auch keinerlei Gründe erkennbar, warum Deutschland wieder einmal die Chance verstreichen lassen sollte, ein alternatives Finanzmarktprodukt einzuführen. Großbritannien macht uns doch gerade vor, dass man steuer- und gesellschaftsrechtlich vernünftige Lösungen für REITs finden kann.

Die von einigen Seiten vorgetragenen Bedenken hinsichtlich einer Gefährdung des Mieterschutzes konnten bislang nicht nachgewiesen werden. Das deutsche Mietrecht ist hier ein wahres Pfund, das auch so titulierte "Heuschrecken" nicht knacken könnten.

Für die Union ist bei der Ausgestaltung des deutschen REITs wichtig, dass die Handelbarkeit von Anteilen nicht unnötig kompliziert ausgestaltet wird sowie gewerbliche Immobilien und Wohnimmobilien gleich behandelt werden. Diesen Weg, den auch das BMF eingeschlagen hat, sollte man jetzt nicht unnötig verzögern.

14.08.06 >Deutsche Fonds stellen sich auf REITs ein<
Während der Frankfurter Fondstage am 11. und 12. Oktober wird das Thema REITs von Dr. Heiko Beck, Chefsyndikus der DekaBank (Sparkassenorganisation) den Teilnehmern dieser Konferenz vorgestellt.
Referent während der Tagung wird auch Uwe Wewel, Leiter des Referats Investmentwesen des Bundesfinanzministeriums sein. Allerdings wird Uwe Wewel diesmal nichts zu REITs ausführen. Das hätte er sich früher nicht nehmen lassen. Im vergangenen Jahr noch war Uwe Wewel immer derjenige gewesen, der das Thema REITs auf Konferenzen und Tagungen obiger Art referierte. Sein Chef, Bundesfinanzminister Steinbrück, soll ihn "etwas zurückgepfiffen haben". Uwe Wewel wird während der Frankfurter Fondstage deshalb das Referat >Aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen zur kommenden Novelle des Invest-Gesetzes< halten. Und dort seine Vorstellungen erläutern, wie Offene Immobilienfonds zukunftsfähig gemacht werden können.

13.08.06. >FAZ: REITs-Gesetz: Referentenentwurf ist fertig>
                  >Bundesministerium: Referentenentwurf ist nicht fertig<
Die FAZ wusste es in ihrer Ausgabe am 10. August, dass der Referentenentwurf zum REITs-Gesetz fertig sei und den Immobilien-, Banken- und anderen interessierten Verbänden soeben übersandt worden sei.
Pflichtgemäß ließ das Bundesfinanzministerium per Reuters-Meldung dieses am 11. August dementieren.

Dies sind laut FAZ die Gesetzes-Eckpunkte:

  Börsenhandel Ja, G-REITs müssen sich spätestens drei Jahre nach Gründung an einer deutschen Börse zum Handel aufnehmen lassen.
     
  Höchstbesitzklausel Kein Aktionär darf mehr als 10 % der ausgegebenen REITs-Aktien halten = Quellensteuerklausel damit auch ausländische Aktionäre in eine Steuerpflicht bei REITs-Gewinnausschüttung gelangen.
     
  Streubesitzklausel 15 % des REITs-Aktienkapitals müssen von Aktionären gehalten werden, die jeder maximal 3 % der REITs-Aktien besitzen dürfen.
     
  Einbringung von "Bestands-Immobilien" Wird möglich sein. Dabei aufgedeckte Stille Reserven werden mit 20 % Steuerlast belegt.

Diese Regelung gilt dann, wenn die Bestands-Immobilien in den ersten vier Jahren nach Inkrafttreten des G-REITs-Gesetzes eingebracht werden;

und

diese eingebrachten Immobilien nach Einbringung mindestens drei Jahre im REIT verbleiben
     
  Kreditbeschränkung Ein G-REIT darf maximal mit 60 % Kredit-auf-Immobilienbesitz arbeiten.

Es ist die feste Absicht des Gesetzgebers, "Steuerschlupflöcher" im REITs-Gesetz zu vermeiden. Umso interessanter ist es deshalb im Originaltext der FAZ zu lesen, dass "nach Expertenmeinung Großanleger über sog. indirekte Beteiligungsverhältnisse Pakete von über 10 Prozent erwerben könnten".

10.08.06 >Aus dem Nähkästchen von Sal. Oppenheim<
Dieter Pfundt, persönlich haftender Gesellschafter des Bankhauses Sal. Oppenheim, spricht klare Worte. Die Behauptungen der REITs-Opponenten Runde, Pronold und Hauer hält er teilweise für populistisch. Er meint, deren die Argumentation geht an der Realität weit vorbei. Für den Fall, dass das REITs-Gesetz in Deutschland zügig in Kraft trete, rechnet er damit, dass eine Welle von Immobilien REITs-AGs auf den Markt kommt.
Sein Bankhaus ist bereits in den Startlöchern und hat eine Kooperation deswegen mit JPMorgan eingegangen. Gemeinsam wollen beide im deutschen Immobilienmarkt eine führende Beraterrolle einnehmen.
Das gesamte Interview mit Dieter Pfundt wurde am 08.08. in der Börsen-Zeitung veröffentlicht.

08.08.06 >Uneinigkeit macht schwach<
Die Immobilienwirtschaft ist in Detailfragen zu REITs uneinig. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) forderte erneut, dass es auch REITs geben solle, die nicht börsennotiert wären; sog. Private REIT. Davon hält die bereits börsennotierte Deutsche Wohnen AG nichts. "Die Notierung [von REITs] ist unabdingbar, um die Bewertung transparent zu machen", sagte Deutsche Wohnen-Vorstand Andreas Lehner vor ein paar Tagen gegenüber der Börsen-Zeitung.

03.08.06 >Bundesfinanzministerium arbeitet mit Hochdruck an REITs-Referentenentwurf<
Das bestätigte Leo Dautzenberg, Leiter der koalitionsinternen Arbeitsgruppe REITs, in einem Interview mit der Zeitschrift FundResearch.
Er hält die Einführung eines German REITs bis zum 1. Januar 2007 für realistisch.

Er geht zudem davon aus, dass es im Bundestag eine Abstimmung darüber geben wird und das Ergebnis pro REITs ausfällt. "Im Bundestag gibt es eine breite Unterstützung für REITs, wie nicht zuletzt der Antrag der FDP und dessen Behandlung im Parlament gezeigt hat", so Dauzenberg. Er geht davon aus, dass auch kolitionsintern eine Mehrheit für REITs sein wird, "auch wenn es dazu noch viel Überzeugungsarbeit bedarf".

zu den REITs-Informationen der Monate Mai bis Ende Juli 2006

zu den REITs-Informationen der Monate Januar bis Ende April 2006

 
 

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