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>Fachbegriffe - wie sie nicht im Lexikon stehen<

Real Estate Investment Trusts (REITs)

Mitten in der ersten realen Immobilienkrise Deutschlands kommt die Diskussion in Gang, ob es auch in Deutschland Immobilien-Aktiengesellschaften nach amerikanischem Vorbild (Real Estate Investment Trusts = REITs) geben solle.
Diese speziellen börsennotierten Immobilien-Aktiengesellschaften gibt es in den USA seit 1960 und haben dort dazu geführt, dass der US-Immobilienmarkt professioneller gehandhabt wird und für alle offenbar profitabel ist: für die Immobilien-Aktiengesellschaften ebenso wie für die Aktionäre dieser REITs. In anderen Ländern, z.B. Schweiz, Frankreich, Japan und Holland) gibt es diese REITs bereits ebenfalls.

REITs werden seitens dieser Staaten steuerlich begünstigt. In der Regel sieht die Steuervergünstigung so aus:

ein REIT ansich wird nicht körperschaftsteuerpflichtig,
• wenn erstens mehr als 75 % des Gewinns aus Vermietung, Verpachtung und An- und   Verkauf von Immobilien stammt
und
• zweitens 90 % oder mehr des Reingewinns an die REIT-Aktionäre ausgeschüttet wird.

Diese Steuergestaltung, zusammen mit der Professionalität der REITs, hat dazu geführt, dass der Aktionäre gute Anlageerfolge mit REITs erzielte.

Im Unterschied zu den in Deutschland üblichen Offenen Immobilienfonds "leiden" REITs nicht unter dem Verkauf ihrer Anteile (Aktien), da diese nicht an den REIT zurückfließen, sondern an der Börse einen neuen Käufer finden. Der REIT also gänzlich unbeeinflusst von Verkäufen seinen Geschäften nachgehen kann. Hinzu kommt das REITs nach Meinung von Christoph Beck, Geschäftsführer der Leipziger Wohnungsgesellschaft, den Anlegern eine höhere Sicherheit als die bisher in Deutschland Offenen Immobilienfonds böten, da REITs und deren Immobilienbesitz laufend neu bewertet werden, während sich bei Offenen Immobilienfonds versteckte Überbewertungen über Jahre hinweg auftürmen können.
Auch angesichts der Illiquidität der Kommunen, die aber durchweg noch große Wohnungs- und Immobilien-Vermögen besitzen, können REITs eine Problemlösung für diese Kommunen werden. Denn diese REITs könnten die Immobilien der Kommunen übernehmen und so den Kommunen dringend benötigtes Bargeld in die Kassen bringen. Allerdings gibt es auch Bremser. Finanzminister Hans Eichel muss erst umgestimmt werden. Denn er hat Angst, dass die für REITs erforderliche Steuerfreiheit zu weiteren Verlusten bei ihm im Staatsportmonaie führen könnte.
Aber ich glaube, dass die Kommunen und die Bankeninitiative Finanzplatz Deutschland (IFD) auch unter dem Eindruck der "Beinahe-Pleite" des Deka-Immobilienfonds sich in Hinblick auf deutsche REITs durchsetzen werden.

ACHTUNG: diese neue REITs sind nicht zu verwechseln mit den schon bisher in Deutschland börsennotierten Immobilien AG's. Diese, sich häufig im "Börsenmantel" einer früheren Konkurs-AG betätigenden Immobiliengesellschaften, sind bis auf wenige Ausnahmen untransparente Gebilde, stark von "Initiatoren" getrieben und entsprechend für aussenstehenden Aktionäre ungeeignet.
(November 2004)