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++MiFID-report+++MiFID-report+++MiFID-report+++MiFIDreport++

Immer das Neueste auf dem Weg zum neuen EU-Wertpapierberatungsrecht. Dies waren die MiFID-Informationen von www.boersenseminar.info im Jahr 2006:


29.12.06 >Best Execution< (siehe auch Meldung vom 15.12. weiter unten)
An diesem MiFID-Begriff bezüglich der Anforderung zur 'bestmöglichen Ausführung' von Wertpapierhandelsaufträgen werden sich noch rege Diskussionen entzünden und letztendlich in aufsichtsbehördliche Klarstellungen münden (müssen).
Denn unter 'Best Execution' verstehen Kreditinstitute, Börsen und Emittenten offenbar noch sehr Unterschiedliches.

Vor ein paar Tagen hat die Stuttgarter Börse darauf hingewiesen, "dass sich das bestmögliche Ergebnis für die Ausführung eines Auftrages auf das Gesamtentgelt bezieht", dass der Auftraggeber zu tragen habe. Und dieses, nämlich das 'bestmögliche Ergebnis' sei speziell in Stuttgart gegeben.

Das gleiche hat für den Bereich Aktienhandel auch die Börse in Düsseldorf mit Hinweis auf ihre 'Besser-als-Xetra-Kursgarantie' erklärt.

Die Börse in München hält sich mit ihrem 'MAX-One-Handelssystem' sogar für die einzige Börse, die den Ansprüchen der MiFID vollumfänglich genügt.

Die Frankfurter Börse wusste, dass sie der MiFID-Forderung nach Best Execution erfüllt, sogar schon vor Veröffentlichung des deutsche MiFID-Gesetzentwurfs und schrieb schon Mitte dieses Jahres, dass 'Banken bei Weiterleitung von Kundenorders nach Frankfurt schon jetzt den strengen Anforderungen der MiFID erfüllen würden.

Die Börse Hamburg hofft, dass in das Best-Execution-Prinzip auch der Kauf/Verkauf von Fondsanteilen fallen wird. Denn in puncto börsenmäßiger Fondshandel sei Hamburg noch vorn.

20.12.06 >Regierung ist mit deutschem MiFID-Gesetz im Rückstand<
Das deutsche MiFID-Gesetz wird "voraussichtlich erst im März 2007 abgeschlossen sein". Das war die Äußerung von Jürg Asmussen, Bundesfinanzministerium (BMF), Mitte dieses Jahres.
Bei der Komplexität und den tiefen Eingriffen in die deutsche Finanz- und Beratungskultur es zu befürchten, dass das Gesetzgebungsverfahren sogar noch später abgeschlossen wird.
Dennoch beharrte Werner Kerkloh, BMF, noch Anfang November darauf, dass die leidtragende Bankwirtschaft ab November 2007 die MiFID einhalten müssen. Die Kritik aller Banken an dieser nicht zu erfüllenden Zeitvorgabe wischte Werner Kerkloh vom Tisch und schob den Schwarzen Peter auf die "engen Vorgaben aus Brüssel". Zu zeitlichen Zugeständnissen sehe er sich deshalb nicht in der Lage.
Na, schau'n 'mir 'mal.

15.12.06 >Best Execution<
Diesen MiFID-Begriff sollten Privatanleger nicht sinngemäß mit "niedrigster bzw. höchstmöglicher, also bester Kurs" übersetzen.

Die Idee der MiFID-Einflussgeber in London und Brüssel war es zwar, dass Kreditinstitute/Broker die Wertpapieraufträge in jedem Einzelfall zu den bestmöglichen Konditionen ausführen müssen.
Dieser Grundsatz wurde auf Betreiben des Bundesfinanzministeriums so geändert, dass ein Regelwerk ausreiche, in dem Kreditinstitute/Broker nur grundsätzlich darlegen müssen, auf welchem Wege sie welche Art von Aufträgen/Oders ausführen wollen/werden.

14.12.06 >MiFID ist mindestens noch auf einem Auge blind<
Als ersten Nachtrag in der Liste der unter die MiFID-Richtlinie fallenden "Finanzinstrumente" werden aller Voraussicht noch ganz spezielle, sog. exotische Optiongeschäfte aufgenommen. Siehe Info vom 12.12. weiter unten auf dieser Seite.

Übersehen haben die MiFID-Gewaltigen bei EU und Bundesfinanzministerium weiterhin die Einbeziehung von Anteilen an Geschlossenen Fonds.
Diese Spezialität des deutschen Kapitalmarktes wäre laut Definition der MiFID kein "Finanzinstrument", das am Kapitalmarkt handelbar sei, ist die Begründung für die Nicht-Aufnahme in MiFID. Das ist schon jetzt ein Irrtum!

Anteile Geschlossener Fonds werden erstens an der Fondsbörse Deutschland, Hamburg, im sog. Zweitmarkt gehandelt. Ein Markt, der sich selbst gern als Börse bezeichnet.
Und sie werden zweitens als sogenannte Gebrauchte Fondsanteile wiederum von Geschlossenen Zweitmarktfonds aufgekauft.

Die MiFID-Gesetzgeber sollten angesichts der Milliarden EURO, die in diesen Geschlossenen Fonds liegen, vorausblickend diese in die MiFID-Regelungen einbeziehen. Denn mehr als schon jetzt werden in ein paar Jahren die dann "gebrauchten" Fondsanteile an Zweitmärkte drängen.

12.12.06 >MiFID wird um exotische und Waren-Derivate erweitert<
In der schon so etwa 2002 entworfenen MiFID-Richtlinie kannten die Verfasser nicht die inzwischen etablierten Derivate auf Waren und Energie. Deshalb will die EU-Kommission offenbar in einem weiteren Nachtrag zur MiFID-Richtlinie auch diese aufnehmen. Das macht die MiFID zwar noch umfangreicher, aber diese neuartigen exotischen Derivate sind sicherlich ein "regulierungswürdiges" Thema.

11.12.06 >Neelie Kroes, EU-Wettbewerbskommissarin, warnt Börsen<
Das war eine klare Ansage, die die EU-Kommissarin für Wettbewerb, am 30.11. in ihrer "Festansprache" den Teilnehmern der ICMA-Konferenz in Brüssel mit auf den Weg gab:
"die Nicht-Behinderung zusätzlicher Börsenhandelsplattformen wird ein Test für die Stand des Wettbewerbs in der Praxis sein".

Möchten Sie jetzt den gesamten Text der Rede von Neelie Kroes in Bezug auf MiFID und Wettbewerb ansehen? Mehr...

10.12.06 >Börsenmakler könnten durch MiFID Existenzgrundlage verlieren<
Das ist offensichtlich die Befürchtung des streitbaren Vorstand der ICF Kursmakler AG, Rainer Roubal. Er befürchtet, dass für Kursmakler wesentliche Bestimmungen im deutschen Börsengesetz durch MiFID ausgehebelt werden.
So könnte es nach seiner Auffassung dazu kommen, dass in der Neufassung des deutschen Börsengesetzes die bisherige Kernaufgabe von Börsenmaklern (nämlich die Vermittlung und den Abschluss von Börsengeschäften) nicht mehr enthalten sein wird.

Diese Befürchtung ist nicht unbegründet. Denn die englisch-getriebene MiFID steuert den zukünftigen Wertpapierhandel an deutsche Börsen vorbei. Mit den Regelungen der MiFID wird insbesondere die sog. Internalisierung von Wertpapiergeschäften propagiert. Bei Internalisierung werden Käufe- und Verkäufe nicht mehr in den Börsen über Makler ausgeführt, sondern Banken nehmen die Käufe- bzw. Verkäufe direkt gegen ihren Eigenbesitz vor. Mehr als die Hälfte aller Wertpapiergeschäfte englischer Anleger wird über Internalisierung bereits abgewickelt. Das bringt den englischen Banken höhere Gewinne als die Weiterleitung von Orders an Börsen.

Obwohl die MiFID noch keineswegs deutsches Gesetz ist, wird mit der kommenden MiFID bereits jetzt Börsenpolitik betrieben: Am 1. Januar 2007 müsste die Frankfurter Börse ("FWB") eine Neu-Einteilung der Maklergeschäfte ("Skontroführung") vornehmen. Die FWB will jetzt erst einen Arbeitskreis dazu einsetzen, der vor dem Hintergrund der MiFID darüber beraten soll, wer zukünftig welche Aktien in Frankfurt makeln darf. Durch diesen entscheidungsverzögernden Arbeitskreis wird der Maklergesellschaft Renell die Maklertätigkeit weiterhin vorenthalten. Renell hatte erfolgreich dagegen geklagt, Mitte 2005 als Frankfurter Skontroführer herausgedrängt worden zu sein.

05.12.06 >MiFID wird ein gigantischer Kostentreiber<
Englands Finanzdienstleister sind deutlich geworden. Auf über 1 Milliarde Pfund = 1,5 Milliarden Euro = 3 Milliarden D-Mark beziffert deren Überwachsbehörde (Financial Services Authority FSA) die Ausgaben zur "Implementierung" der MiFID.
100 Millionen Pfund werden die jährlichen Folgekosten sein.

Diese Zahlen sind auch deswegen so bemerkenswert, da ein Großteil der kommenden MiFID in den englischen Finanz-Usancen bereits seit Jahren enthalten ist.

England ist nämlich der wesentliche "Ideen-Geber" für das MiFID-Monster gewesen.

Die FSA beziffert die jährlichen MiFID-Vorteile für das britische Finanzsystem mit einem Betrag von 200 Mio. Pfund.

09.10.06 >MiFID wird mehr als ein Papiertiger<
400 ! Seiten dick soll die Stellungnahme des Bundesverbandes deutscher Banken zum vorgelegten Referentenentwurf des deutschen MiFID-Gesetzes sein. Das spricht für die Komplexität und (noch) Unverstehbarkeit der EU-Richtlinie.

09.10.06 >MiFID verständlich gemacht<
Ohne Fachseminar und Consultants kann das neue »Grundgesetz des Wertpapiergeschäfts« offenbar nicht in die Tat umgesetzt werden. Das freut die Branche der Berater natürlich sehr.
Und so gibt es in den nächsten Wochen mehrere hochinteressante Fachseminare.
Morgen, 09.10., startet die Börsen-Zeitung mit ihrem 8. Forum für Finanzdienstleistungsinstitute. Dort wird u.a. auch Dr. Günter Birnbaum vom BAFin seine Vorstellungen über die deutschen Richtlinien zur MiFID vorstellen. Dr. Birnbaum war in den Jahren 1996/97 Verfasser der Detail-Richtlinien zum Wertpapierhandelsgesetzes ("WpHG").
Weitere Referenten sind Stefan Beiersdorfer von PriceWaterhouseCoopers ("PwC") und Jochen Kindermann von Simmon & Simmons.

Am 23. und 24.10. veranstaltet das Euroforum eine MiFID-Konferenz, die als Referenten Georg Baur vom Bundesverband deutscher Banken e.V. und sechs weitere Experten von unterschiedlichen Banken aufweist. Diese Konferenz findet in Mainz statt.

Vier MiFID-Spezialworkshops wird es seitens der Börsen-Zeitung am
23./24.11. zu MiFID-und-Outsourcing;
07.12.       zu MiFID-und-Wohlverhalten;
26.01.07  zu MiFID-in-der-grenzüberschreitenden Wertpapierberatung;
08.02.07  zu MiFID-und-Handel-im-Bestausführungs-Prinzip
geben.

Am 05. und 06.12. gibt es seitens der Börsen-Zeitung den Implementierung-der-MiFID als allgemeinen Workshop für die Überblick über das, was kommt.

24.09.06 >MiFID zwingt "Wertpapierproduzenten" die versteckten Kosten ihrer "Produkte" offenzulegen<
Diesen Eindruck gewinnt der oberflächliche Leser aktuell erscheinender Zeitungsartikel. Pustekuchen! Denn die MiFID bietet viele Schlupflöcher, die von Emittenten und Rechtsanwälten schon aufgespürt wurden.
Ein erstes Beispiel aus dem Handel mit Festverzinslichen Wertpapieren: "Es darf vermutet werden, dass sich an der derzeitigen Praxis der Intranzparenz der Preisspannen im Handel gegen das eigene Handelsbuch zumindest vorläufig nichts ändern wird", schrieb Herbert Rögner, Rechtsanwalt aus Frankfurt schon im Juli. Er bezog sich damit auf die Handelsart, Festverzinsliche Wertpapiere an Privatkunden als sogenannten Festpreisgeschäft anzubieten/abzugeben.

21.08.06 >MiFID-Umsetzung in deutsches Recht noch später?<
Die Einführung der EU-Richtlinie 2004/39/EG (Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente "MiFID") wird wahrscheinlich zum dritten Mal verschoben.

Jetzt scheint ein Inkrafttreten zum Januar 2008 wahrscheinlich zu sein. Ursprünglich war nach der zweiten Verschiebung ein Termin für spätestens November 2007 vorgesehen.

Es gibt drei Gründe für diese erneute Verschiebung.
• Erstens ist die EU-Bürokratie in Brüssel nicht fertig mit der Erarbeitung/Formulierung der Richtlinien zur Richtlinie über die Richtlinie der MiFID-Richtlinie.
• Zweitens hat die Übernahme der Richtlinie in deutsches Recht weit mehr Auswirkungen auf bereits bestehende Finanzgesetze als gedacht. Und diese müssen angepasst, geändert oder ggf. sogar völlig gestrichen werden. So könnte vielleicht das deutsche Wertpapierhandelsgesetz ("WpHG") durch die MiFID ersetzt werden.
• Drittens sind die betroffenen Unternehmen und die "Verbraucher von Wertpapierdienstleistungen" noch zu wenig oder gar nicht auf MiFID eingestellt.

17.08.06 >Der Bundesverband Deutscher Banken hat mit Titel Europäische Wertpapiermärkte - Konsolidierung des Rechtsrahmens eine sehr verständliche Informationschrift "rund um MiFID" herausgegeben<.
In ihr wird die MiFID im größeren Zusammenhang mit dem Dutzend schon bestehender Finanz-Gesetze und Finanz-Richtlinien beschrieben. Der Bankenverband gibt zugleich auch bekannt, was er von Regulierungen der deutschen Gesetzgebungsbürokratie hält: "festzustellen ist, dass in Deutschland immer noch politische Tendenzen bestehen … dem deutschen Finanzplatz mit rechtlichen Insellösungen erhebliche Lasten aufzubürden", empfindet der Verband der Banken.

Die gedruckte Broschüre des Bankenverbandes kostenfrei bestellen

Die Broschüre herunterladen

16.08.06
>Goldplating = ordentlich 'was draufsatteln<
Immer wieder betont Jörg Asmussen, Leiter der Abteilung Finanzmarktpolitik des Bundesfinanzministeriums und verantwortlicher für die deutschen Finanzmarktgesetzes, dass das deutsche MiFID-Gesetz die europäische MiFID-Richtlinie genau 1 : 1 umsetzen werde.
Ein im EU-Jargon als "Goldplating" bezeichnetes Draufsatteln von Gesetzesparagraphen zur Verschärfung der EU-Richtlinie werde es beim kommenden MiFID-Gesetz in Deutschland nicht geben, versprach er Ende Juni erneut.

Erfahrungen bei der Umsetzung anderer EU-Richtlinien in deutsches Recht sprechen eine andere Sprache!:
Im Gesetzentwurf zur Umsetzung der sog. Transparenzrichtlinie ist kräftig draufgesattelt worden. Die Transparenzrichtlinie soll u.a. die Informationstiefe der Geschäfts- und Halbjahresberichte von börsennotierten Unternehmen regulieren.
Ein Goldplating war auch vorgesehen beim Kapitalmarktinformationshaftungsgesetz. Dieses Umgetüm, dessen Titel allein schon 37 Buchstaben umfasst, ist Deutschland wegen des Regierungswechsels bisher erspart geblieben.
Weitere Beispiele zum Goldplating sende ich Ihnen gern auf Anfrage.

02.08.06 >MiFID eröffnet neue Horizonte im Wertpapiergeschäft<
Das meint die Unternehmensberatungsfirma PriceWaterhouseCoupers ("PWC") doppelsinnig in einer Werbebroschüre für ihre Honorarberatung zur MiFID-Umsetzung in Kreditinstituten.
Doppelsinnig - wieso? Ja- denn nur für Consultants und Unternehmensberatungen ist die MiFID ein weiter Horizont zum Geldverdienen. Allen anderen MiFID-pflichtigen "Subjekten" werden hohe Kosten aufgebürdet.
Selbst die Privatanleger, für die die MiFID Transparenz-in-Anlagegeschäften bringen wird, haben Zeitkosten zu tragen. Denn unter dem neuen >Grundgesetz der Kapitalmärkte< könnten die Anlageberatung eher zu einer abend- und formularfüllenden Veranstaltung werden; so zumindest noch die Befürchtung bei den Verkäufern von Geldanlage-Produkten.

01.08.06 >MiFID jagt Finanzdienstleistern kalte Schauer über den Rücken<
Denn wie Alan Burr vom Londoner Beratungsunternehmen schon vor einem Jahr treffend formulierte "werden die Finanzdienstleistungsunternehmen zwar viel Geld ausgeben müssen, um MiFID-konform zu werden, es sich ihnen aber keine wirkliche Möglichkeit bietet, zusätzliche Ertragschancen damit zu eröffnen".

Diese Ertragschancen sind dagegen für seine Branche der Consultants und der Anwälte voll gegeben. Alan Burr ist da ganz offen: "...dass Beratungsunternehmen ... Geschäftspotential darin wittern, den [Finanzdienstleistungs-]Firmen bei der Einhaltung der MiFID beizustehen".

 

 

 
 
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