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06.11.10
 
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Schon gehört? Insight - Inside - Insight - Inside - Insight - Inside - Insight - Inside

Dies ist die Archivseite der Insight-Informationen seit Januar 2009.
Sie erfahren hier Informationen und Meinungen, die Sie von den üblichen Nachrichtenlieferaten durchweg nicht erfahren.


17.06.10  

Noch mehr Stress für Sparer, die sog. Zertifikate gekauft haben.

Anleger, die Zertifikate der Westdeutschen Landesbank (WestLB) im Depot haben, sind erneut aufgeschreckt worden.

>WestLB überträgt ihre Zertifikate in die Bad Bank< überschrieben Zeitungen die Meldung, dass die WestLB für ihre auf den Markt gebrachten Zertifikate nicht mehr selbst haften werde.

Für 68 Zertifikatsemissionen haftet ab jetzt die Bad Bank,
deren Bonität sogar besser als die der WestLB eingestuft wird.

Da sich Zertifikatsbesitzer berechtigt auch sofort die Frage stellen,
ob diese Zertifikate weiterhin zu korrekten Kursen an Börsen
gehandelt werden können, beruhigte die WestLB damit, dass
"die Bad Bank mit der WestLB vertraglich die Sicherstellung des Handels, die Kursstellung und die Anlegerbetreuung vereinbart" sei.


01.05.10  

Amüsant oder eher ärgerlich? Teil 1
Das von einer rot-roten Koalitionsmehrheit bestimmte Berliner Landesparlament hat dem Börsengang der ursprünglich einmal gemeinnützigen Wohnungs-gesellschaft GSW zugestimmt.

Zugestimmt haben Parteien, die vor ein paar Jahren "bis auf's Blut" die Einführung von börsennotierten Immobiliengesellschaften
in der Rechtsform von Real Estate Investmentment Trusts ("REITS")
mit den abenteuerlichsten Argumenten bekämpft hatten. Und die
auch jetzt noch mit kapitalmarktfeindlichen Argumenten hausieren
gehen.

Amüsant oder eher ärgerlich? Teil 2
Neuer Aufsichtsratsvorsitzender der GWG wird Dr. Eckart John von
Freyend werden. Dr. von Freyend war bis Ende Juni 2006 Vorstandsvorsitzender und ab Juli 2006 Aufsichtsratschef der
dramatisch ins Abseits geratenen Immobiliengesellschaft IVG.

Leider hatte er es als Aufsichtsrat nicht verhindert, dass die IVG
von einer Perle des europäischen Immobilienmarktes durch eine
geradezu absurde Verschuldungspolitik an den Rand einer
Pleite rutsche.

Kurs IVG zu Beginn seiner Aufsichtsratszeit Juli 2007: 25,--
Kurs IVG jetzt zur Zeit des Ausscheidens aus IVG:           6,--
Eine Minus-Performance von sensationellen -76 % !


23.04.10

 

Die eine Hälfte der Menschheit leistet etwas, damit die andere Hälfte es sich leisten kann, nichts zu leisten.

Erfahrungs- und Lebensweisheit von Gerhard Uhlenbruck,
deutsche Immunologe und Aphoristiker.


31.01.10  

Anleger können den sog. Lackmus-Test machen;
und zwar durch eine einzige Frage an den oder die Berater/in:

"Welche Wirtschaftszeitung lesen Sie persönlich und täglich?".


Der Bundesgerichtshof hatte im November 2009 nochmals darauf
hingewiesen, "dass ein Anlageberater, der sich in Bezug auf
bestimmte Anlageentscheidungen als kompetent geriert, sich
aktuelle Informationen über das Anlageobjekt zu verschaffen hat,
das er empfehlen will. Dazu gehört auch die Auswertung
vorhandener Veröffentlichungen in der Wirtschaftspresse".


Der BGH hatte schon am 5. März 2009 darauf hingewiesen,
dass von Beratern eine von vier explizit genannten Wirtschafts-
zeitungen auszuwerten seien
. Und zwar entweder die
Börsen-Zeitung, oder die Financial Times Deutschland, FAZ
oder Handelsblatt.

Sollte ihr(e) Anlageberater/in keine dieser Wirtschaftszeitungen
regelmäßig lesen, dann wird dieser Anspruch des höchsten
Bundesgerichts in Ihrer Bank nicht erfüllt.


24.01.10  

Das Handtuch geschmissen
unter den Zertifikate-Emittenten hat die Deutsche Bank-Tochter DWS.


Sie wollte unter der Bezeichnung DWS Go groß auf der Zertifikate-
Welle mitschwimmen. Jetzt hat sie den Rückzug kraftvoll angetreten.
Als offizielle Begründung gibt DWS Go an, dass "wir am täglichen
Handel mit Zertifikaten nichts verdienen".
Ein weiterer Grund wird auch sein, dass DWS Go keine Vertriebstruppen mobilisieren konnte, die deren Zertifikate in die Depots der Kunden
drückten.
Die Berater der Deutschen Bank hatten genug mit den Zertifikaten
von x-markets, der Bezeichnung für Deutsche Bank-Zertifikate,
zu tun. Da blieb für DWS Go kein Raum.


23.01.10  

Was hat der Ölpreis mit Banken in USA zu tun?

Der Rohölpreis ist vor ein paar Tagen auf den tiefsten Stand seit einem Monat gefallen.

Auslöser für den Rückgang war das
Wettern des US-Präsidenten gegen den sog. Eigenhandel der US-Banken.

Dieser solle zukünftig verboten werden. Spekulieren US-Banken
auch mit Öl-Kontrakten?

Ja, das tun sie tatsächlich. Zwar gibt es Bestimmungen, dass
grundsätzlich nur Unternehmen der Mineralölbranche und der
Mineralölverbraucher Rohöl-Kontrakte erwerben und verkaufen
dürfen, aber die US-Banken nehmen über speziell gegründete
Tochtergesellschaften auch am Handel in Rohöl-Kontrakten
teil.

Hoffentlich wird die durch Obama ausgelöste Unruhe am
Öl-Spekulationsmarkt weiterhin für niedrige Rohöl-Preise
sorgen. Das wäre für die Konjunktur von Vorteil.


22.01.10  

Verwirrung um Lehman-Urteile in 2. Instanz
Die sog. Lehman-Urteile des Landgerichts in Hamburg
stehen auf wackeligen Begründungen.

Die Hamburger Sparkasse hatte Berufung gegen zwei
Urteile des Landgerichts eingelegt. Und sich zudem mit
Gutachten hochkarätiger Juristen bewaffnet. Auch ohne
diese Gutachten war zu erkennen, dass andere Richter
die Beratung-rund-um-Lehman-Zertifikate differenziert
bewerten würden.

Wann wird es mehr Klarheit geben? Einige Medien
berichteten, dass das Oberlandesgericht Hamburg
am 24. Februar die oder das Berufungsurteil(e) verkünden
würde. Der Rundfunksender NDR berichtete dagegen
vom Verkündigungstermin 14. April.


09.01.10  

Der Mr. Zertifikate verlässt die Schrotthändler

Still und leise hat der >Mr. Zertifikate< geltende Chef des Aktien- und Zertifikatehandels der Royal Bank of Scotland ("RBS"), Önder Ciftci
die RBS verlassen.

RBS hatte Ende 2007 die ABN Amro Bank übernommen. Damals hatte der bis dahin ebenfalls als >Mr. Zertifikate< titulierte Dr. Stefan Kunze ebenfalls schon die Zertifikatebranche verlassen.

Önder Ciftci hatte Anfang 2009 in einem Interview der Zeitschrift
Capital Zertifikate als Schrottprodukte bezeichnet. Das hatte ihm
zwar einen sog. Zertifikate Award eingebracht — ihn aber ins
Abseits der Zertifikatebranche manöveriert. Die Zertifikatebranche
reagiert zunehmend nervös. Denn zunehmend wird auch von
Anlegern erkannt, dass, wie Ciftci es bestätigte, "es bei Zertifikaten
so viel Schrott gebe, wie in keiner anderen Gattung".

Önder Ciftci ist laut Internetseite des Contracts for Difference Verband e. V.
offenbar aber weiterhin Vorstand dieses Verbandes.

Das gesamte Capital-Interview "Viele Garantieprodukte sind Schrott"
können Sie durch Click auf diese Zeile ansehen...


05.01.10  

Weichspüler am Werk
Dass eine Börsenumsatzsteuer auch den sog. Kleinsparer tritt, das ist den Sparern feindlich gesonnenen "interessierten Kreisen"
durchaus klar.

Deshalb formulieren diese das Wort >Börsenumsatzsteuer<
jetzt um.

Schön weichgespült und sich als ungefährlich für Sparer und
Geldanleger anhörend, wird von Börsenumsatzsteuer auf
>Finanztransaktionssteuer< umgestellt.

Finanztransaktionssteuer — das hört sich so an, als dass diese
dann nur die sog. Großen treffen würde; also die, die Finanztrans-
aktionen vornehmen. Mich, den Otto-Normal-Sparer doch nicht!

Weit gefehlt!
Bei der Finanztransaktionssteuer handelt es sich
klar und erkennbar um eine neue Steuer, die jeder zu bezahlen
hat, wenn er Ersparnisse in Bundesanleihen, Pfandbrief, Aktien
oder Investmentfonds anlegt
.

Laufende Informationen über den Weg zum kommenden Gesetz
der Finanztransaktionssteuer erhalten Sie durch Click auf diese Zeile...


09.12.09  

Die Goldlobby hat es mal wieder geschafft:
Ängste zu schüren und Anleger in Deutschland mit abstrusen Argumenten zu Höchstpreisen in Gold
hinein zu treiben.

Die veröffentlichenden Medien unterstützten die
Drahtzieher der Gold-Geschäftemacher mit einem Trommelfeuer an Berichterstattung. Dass Gold in US-Dollar notiert wird und durch die Kursschwäche des Dollars der Preis in Euro meist nicht mitsteigt,
das ist den Journalisten entweder nicht bekannt oder keiner Erwähnung wert.

"Die hervorragend recherchierenden Rohstoffanalysten der Commerzbank bringen es auf den Punkt: Im Zuge eines festeren US-Dollars verliert der Goldpreis weiter an Wert. Mit 1.160 USD je Feinunze ist dieser um 5,5% vom Rekordhoch zurückgekommen.

Fed-Chairman Bernanke wies allerdings auf enorme Gegenwinde bei der Erholung der US-Konjunktur hin, was dahingehend interpretiert werden kann, dass die Zinsen in den USA doch nicht so schnell erhöht werden.
Dies spricht gegen einen fortgesetzten Preisrückgang bei Gold.

Die extrem hohen Netto-Long-Positionen der spekulativer Finanzanleger bergen dagegen weiterhin hohes Rückschlagpotenzial.

Unterdessen scheint Gold nicht bei allen Zentralbanken das bevorzugte Diversifizierungsmittel der Währungsreserven zu sein. So sieht die südkoreanische Notenbank zusätzliche Goldreserven als nicht attraktiv an und spricht sogar von einer Illusion bei Gold. Dies dürfte die Euphorie über weitere Goldkäufe von Zentralbanken etwas dämpfen.

Der größte börsennotierte Goldfonds, SPDR Gold Trust, verzeichnete am Freitag zum ersten Mal seit Mitte November wieder leichte Goldabflüsse. Der Goldbestand liegt mit 1.130 Tonnen aber nach wie vor in der Nähe des Rekordwertes."

Den Goldpreis in Euro ausgedrückt finden Sie durch Click auf diese Zeile.

 


05.12.09  

Damit Sie nicht im Regen stehen. Click!Beratung durch Kreditinstitute = Anleger stehen weiter im Regen

Die für ihre faire Berichterstattung immer wieder ausgezeichnete Börsen-Zeitung beschreibt, was leider weiterhin in der sogenannten Anlageberatung durch Kreditinstitute Realität ist:

"...allen Transparenzversprechen der Banken zum Trotz:
Die Kundenberatung in Deutschland bleibt provisionsgetrieben, was meist nichts anderes bedeutet,
als dass den Kunden das Produkt verkauft wird,
das für den Berater besonders attraktiv ist.

Die meisten Finanzprodukte, die abgesetzt werden,
werden nach wie vor per Werbe- und Verkaufskampagne
in die Kundendepots gedrückt."

(aus dem Leitartikel von Martin Hampel, Börsen-Zeitung 05.12.)


07.08.09  

Lehman-Zertifikate offenbar nicht völlig wertlos.

Seit Mitte Juli macht die Nomura Bank in Zürich Lehman-Zertifikats-Besitzern Übernahmeofferten. Den einzigen Hinweis darauf gab es in der immer aussergewöhnlich gut informierten Schweizer Zeitung Finanz- und Wirtschaft am 18. Juli. "Offizielle Übernahmeangebotsschreiben" scheint es aber nicht zu geben.

Anscheinend werden die Lehman-Zertifikatsinhaber auch von den
Depotbanken nicht systematisch über das Nomura-Angebot informiert.

Die Nomura's Übernahmebereitschaft hat sich dennoch herum-
gesprochen. Klar ist, dass sich die Nomura-Offerte auf in der
Schweiz ausgegebene Lehman-Zertifikate bezieht. Unklar, ob es
auch für in Deutschland emittierte Lehman-Zertifikat gilt.

Der von Nomura als "Indikation" genannte Übernahmekurs liegt
bei knapp über 10 %.


05.08.09  

Lehman-Urteile aufmerksam lesen!

Potentielle Lehman-Kläger werden das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 23.06.09 genau lesen und feststellen, dass der Richter in diesem
Urteil aus zwei >Pflichtverletzungen des HASPA<
begründet,
warum die HASPA den Schaden zu ersetzen habe:

1. Weil sie den Kläger nicht darüber informiert habe, dass das
    Lehman-Zertifikat nicht dem Einlagensicherungssystem der
    Sparkassenorganisation unterfalle.

Die Aufklärung über das Bestehen oder Nicht-Bestehen einer
Sicherungseinrichtung für Einlagen sei auch eine objektiv
gebotene Pflicht des Kreditinstituts, so der Richter in der Urteils-
begründung.

2. Weil die HASPA es zudem pflichtwidrig unterlassen habe,
   die für die HASPA zu erwartenden Gewinnspanne aus dem
   Vertrieb des L-Zertifikats dem Kunden mitzuteilen.

Im Urteil des Landgerichts Hamburg vom 01.07.09 begründet
der Richter den Schadenersatzanspruch einer Klägerin ebenfalls
mit der nicht genannten Vertriebs-Handelsspanne, und zwar
nur noch damit,

   dass "die Beklagte [HASPA] die ihr obliegende Pflicht verletzt
   [hat], die Klägerin darüber aufzuklären, dass sie selbst [also die
   [HASPA] mit dem Geschäft der Klägerin, die ... Zertifikate zu
   verkaufen, eine Handelsspanne verwirklichen würde.

Die oft von L-Zertifikatskäufern vorgebrachte Unkenntnis-in-
Geldanlagen und Ich-wollte-doch-nur-etwas-Sicheres sind
offenbar wenig stichhaltige Argumente, um Prozesse gegen
Vertriebsorganisationen zu führen. >Formale< Dinge, wie
Nicht-Hinweis auf dies ... oder Nicht-Hinweis auf das... scheinen
für die Kläger zielführender zu sein.

Weitere Informationen zum Jahrestag der Lehman-Zertifikate-Pleite erhalten Sie auf Click auf diese Zeile auf der Internetseite der Deutsche
Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz ("DSW")...


04.08.09  

US-Steuergesetze sollen weltweit gelten.

Die Amerikaner wollen, dass "am amerikanischen Wesen soll die ganze Welt genesen" soll. Auf der juristischen Ebene scheint ihnen das zunehmend zu gelingen. Staatsbürger Englands, die sich nach Meinung der US-Justiz etwas zu schulden kommen ließen, sind zunehmend von Auslieferung an die USA bedroht; selbst wenn die amerikanischen Justiz-
behörden keine Beweise vorlegten. Insbesondere gilt dieses wohl für Beschuldigte-aus-dem-Finanzwesen.

Und hinter den Kulissen läuft ein weiterer Versuch, mit US-Gewalt
die Souveränität anderer Staaten zu unterlaufen: die US-Steuer-
behörde IRS will Banken weltweit zu Gehilfen machen.

Auslöser dieser Datenausspähung sind geplante Änderungen
am Qualified Intermediary Agreement ("QIA"),
das Nicht-US-Banken
mit der US-Steuerbehörde Ende 2000 geschlossen hatten.
Seitdem konnten die QIA-Banken "Nicht-Amerikanern"
z.B. Dividenden aus US-Aktien unter Abzug eines ermäßigten
US-Quellensteuerabzugs von 15 % gutschreiben. Und dies sogar,
ohne die Identität des Depotinhabers preiszugeben.

Jetzt soll mit diesem vereinfachten Verfahren Schluss sein!
Denn zu leicht konnte nach Meinung der US-Steuerbehörde IRS
auch ein "US-Bürger" in den Genuss des ermäßigten Quellen-
steuerabzugs kommen, wenn er/sie der Depotbank gegenüber
verheimlichte, "US-Bürger" zu sein.

Die US-Steuerbehörde IRS drängt jetzt darauf, dass Kreditinstitute
peinlich genau untersuchen, ob ein Kunde "US-Bürger" sei.


Sollten die Kreditinstitute (auch die in Deutschland!) nicht dazu
bereit sein, dann könne der bisher ermäßigte Quellensteuerabzug
auch dann nicht mehr gewährt werden, wenn der Depotinhaber
"Nicht-US-Bürger" sei.

Zu verdanken haben wir dieses Ansinnen den Schweizer Banken,
die wahrscheinlich das QIA-Abkommen unterliefen und es auch
US-Bürgern möglich machten, US-Steuern "zu verkürzen".


29.07.09  

Eine wahre Fundgrube der gruseligen Schicksale abgezockter Geldanleger.

Was ursprünglich als Internetseite ("Forum") für durch Lehman-Zertifikate zu Schaden gekommener Geldanleger begann, das hat sich jetzt zu einer wahren Fundgrube relevanter Gerichtsurteile bezüglich spezieller Lehman-Zertifikate-Falschberatungund genereller fehlerhafter-Verkaufs"beratung" entwickelt.

Auf dieser Internetseite www.http://www.lehman-zertifikateschaden.biz/faq/0334289be00752520.php können
Sie viele Gerichtsurteile zu Falschberatungen nachlesen.

Bitte einfach Click auf obige Zeile.


28.07.09  

Das Ende des Geschäfts mit Zertifikaten
könnte bevorstehen.

Die Marketingabteilungen der Kreditinstitute sind verzweifelt.
Sog. Zertifikate laufen einfach nicht mehr. Kunden haben nun
doch (endlich) mitbekommen, dass im Grunde nur die
Herausgeber und Verkäufer daran verdienen.

Wie groß die Verzweiflung in der "Zertifikateindustrie" ist
lässt sich auch daran ablesen, dass diese ihre Zahlen
schönt.

In der monatlichen Markt-Statistik der im Deutschen Derivate
Verband vereinigten Emittenten wird seit ein, zwei Monaten
auch die Ausgabe von Stufenzinsanleihen als "Zertifikate-
Volumen" mitgezählt.
Dabei handelt es sich bei Stufenzins-
anleihen um völlig normale Inhaberschuldverschreibungen,
deren Zins von Jahr zu Jahr bis zur Endfälligkeit in kleinen
Zinsschritten nach oben entwickelt.

Kreative Gestaltung von Erfolgsstatistiken sind in der realen
Welt immer ein guter Vorbote für den Untergang gewesen.

Martin Weber, Professor für Bankbetriebslehre der Uni Mannheim,
hatte schon Anfang Mai vorausgesagt, dass ein Ende des
Geschäfts mit sog. Zertifikaten zu erwarten ist.


27.07.09  

Fonds sterben durch Fondssterben

Fondssparer haben die Schnau... voll.
Sie mussten erstens bitter erfahren, dass den Werbeaussagen der Fondsindustrie nur sehr
begrenzt gefolgt werden darf.

Und Fondssparer mussten zweitens bitter erkennen, dass der
SPD-Finanzminister eine eigenverantwortliche Altersvorsorge-
mittels-Investmentsparen durch Einführung der Gewinnbesteuerung
(verbrämt mit dem Titel Abgeltungsteuer) ziemlich sinnlos erscheinen
lässt.

Drittens erfahren Fondssparer jetzt, dass viele Fonds in die sie
durch die Verkäufer der Kreditinstitute hineinberaten wurden,
geschlossen oder mit anderen Fonds fusioniert werden; und viele
Fondssparer auf einmal an Anlagen beteiligt sind, die sie
ursprünglich gar nicht haben wollten.

Zunehmend stellt sich auch heraus, dass viele Fondsgesell-
schaften Schwierigkeiten haben, gute Fondsmanager zu
gewinnen - oder zu behalten.

Daraus und aus dem massiven Abzügen von Fondsgeldern
durch die frustrierten Sparer (siehe oben) ziehen viele Kredit-
institute im Stillen ihre Konsequenzen: Sie betrachten das
Fondsmanagement (neudeutsch: Asset Management) nicht
mehr als ihr sog. Kerngeschäft - und behandeln ihre Fonds-
Tochtergesellschaft wie eine sprichwörtlich böse Stiefmutter.


17.06.09  

Sparkassen: deren Beratung wird von Bundespräsident Köhler kritisiert.

Die Sparkassen und deren Sparkassenverband sind Weltmeister
in Öffentlichkeitsarbeit. Es gelang ihnen wirklich gut, aus der sog.
"Banken-Krise" Kapital zu schlagen: sie suggerierten auf sehr
subtile Weise, dass es eben eine Bankenkrise sei - sie selbst aber
Sparkassen wären und mit der "Banken"-Krise nichts zu tun hätten.

Und diese zugegebener Maßen erstklassig gelungene Public-
Relations-Arbeit versuchten die PR-Manager auch so aufzubauen,
dass >miese Beratung bei Geldanlagen< bei ihnen nicht vorgekommen
sei.

Das ging angesichts der Pleite mit Lehman-Zertifikaten schon einmal
gründlich schief. Diese nämlich wurde prominent über Sparkassen
vertrieben.

Jetzt hat Bundespräsident Horst Köhler noch einmal kräftig
in die Sparkassen-PR-Kampagne gespuckt.
Köhler während einer
Festveranstaltung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes:

„Auch manche Sparkassenvorstände haben Bodenhaftung verloren, auch zwischen Sparkassen und Politik hat es zu viele Interessenverflechtungen gegeben; auch im Alltagsgeschäft von Sparkassen ging es zunehmend um Vertrieb statt um vernünftige Kundenbetreuung und Kundenbindung."


18.05.09  
Sind Sie ein >LEO<

oder vielleicht >AD< ?

Beide Abkürzungen sind im Zuge der Beratungskrise der deutschen
Finanzindustrie ans Licht gekommen.

Jeden Morgen werden die Verkäufer/innen in den Kreditinstituten
von ihren Einpeitschern (= den sog. Führungskräften) geradezu
bombardiert mit Listen von Kunden, die auf Grund
von Daten aus den EDV-Systemen der Kreditinstitute leichte
Beute für Bank-Produkt-Verkäufer/innen versprechen.

Im internen Sprachgebrauch der Finanzindustrie werden diese
kundenverachtend mit den Abkürzungen

LEO für Leicht Erreichbare Opfer

oder

AD für Alt und Doof

bezeichnet.

In welche Kategorie hat Ihr Kreditinstitut Sie eingestuft?


29.04.09  

Ammenmärchen

Anleger fallen immer wieder auf Finanz-Ammenmärchen herein.
Eines davon war und ist noch immer, dass Staaten nicht pleite gehen könnten.



"War" - deshalb, weil zumindest bis zur Pleite Argentiniens auch
Anlageberater in Kreditinstituten selbst an dieses Ammenmärchen
glaubten. Denn - diese überwiegend jungen Leute hatten in ihrer
Erfahrungswelt selbst keine ausgewachsene Staatspleite erlebt.
Oder auf den wenig tiefgehenden Fortbildungen eher gesagt
bekommen, "dass Staaten nicht pleite gehen könnten".

"Ist" - deshalb, weil auch heute noch viele Anleger diesem Märchen
anhängen.

Staaten können ohne weiteres ihre Zahlungen einstellen.
Insbesondere dann, wenn deren Machthaber entscheiden,
dass die Schulden früherer Regierungen "nicht ligitim" gewesen
seien.

Und dies ist Tradition seit 1917. Damals erklärten die Kommunisten
die Schulden des alten zaristischen Russlands als illigitim und
weigerten sich bis zum Zusammenbruch ihrer Macht, die Auslands-
anleihen Russlands zu bezahlen.

Ähnliches erleben derzeit die Besitzer von Anleihen des Staates
Ecuador. Der derzeitige Machthaber Ecuadors erklärte, dass
Staatsanleihen des Landes vor seiner Amtszeit "unrechtmäßig"
aufgelegt worden seien. Und so schauen die Anleihebesitzer
von Staatsanleihen eines südamerikanischen Landes erneut
in die Röhre.
Ähnlich betrogen wurden die Gläubiger Argentiniens
vor ein paar Jahren.

Merke: Anleihen aus Staaten, die entweder undemokratisch
geführt sind oder die auf den Weg in die Diktatur sind, bergen
die große Gefahr, dass die Machthaber einseitig erklären können,
dass sie trotz Zahlungsfähigkeit ganz einfach zahlungsunwillg sind.


26.04.09  

Börsenumsatzsteuer: die jetzige Bundesregierung eiert 'rum.

Die Bundesregierung sieht in der britischen Börsenumsatzsteuer ein "diskussionswürdiges Modell", das auch deutschen Sparern noch mehr Geld aus der Tasche ziehe könne.
Dies geht aus einer Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion die Regierung hervor.

Derzeit gebe es aber keine Pläne der Bundesregierung zur Einführung einer Börsenumsatzsteuer, schreibt die Regierung in der Antwort.

Sie könne auch nicht darlegen, welche steuerliche Belastung der Sparer
aus einer Börsenumsatzsteuer resultiere. Ebenso wäre sie nicht in der
Lage die Auswirkungen auf den Finanzplatz Deutschland darzulegen.

Die Schröpfung der Sparer durch eine neue Börsensteuer sollte aber doch auch für eine Regierung des derzeitigen Kalibers errechenbar sein. Sie will
es aber wohl einfach nicht. Denn es ist ja Wahlkampf....

Hier zur Nachhilfe für die Regierung: im Februar betrug der Umsatz
an den Börsen in Deutschland 120 Milliarden Euro.

Die SPD fordert eine 1,5 %ige Börsensteuer. Das würde den deutschen
Börsianer dann monatlich mit 1,8 Milliarden aus der Tasche ziehen.


22.04.09  

Selten wurde so viel dummes Zeug verbreitet, wie zur Zeit der Finanzkrise.

Ein Beispiel für das Nachplappern unausgegorener Argumente:
Die Krise der deutschen Kreditwirtschaft sei durch zu hohe
Gehälter und durch Gier entstanden.


Versteh' ich nicht!

Erstens
Landesbanken werden und wurden von der Politik beaufsichtigt.

Zweitens
Manager der Landesbanken wurden vergleichsweise bescheiden
bezahlt.

Und dennoch sind gerade die staatlichen Landesbanken
die größten Besitzer sog. toxischer Kredit-Verbriefungswertpapiere.


20.04.09  

SPD will dem deutschen Kapitalmarkt das Genick brechen.

Deshalb fordert sich in ihrem Wahlprogramm mit dieser Formulierung eine weitere Steuer, die insbesondere Privatanleger, kleine Sparer, Lebensversicherte und Sparer in Bundesanleihen endgültig in die
Staatsfürsorge treiben wird:

"Zur Eindämmung kurzfristiger Spekulationen wollen wir eine Börsenumsatzsteuer nach dem Vorbild der britischen Stempelsteuer in Höhe von 0,5 Prozent (Normalsatz) bis 1,5 Prozent (Sonderfälle) des Kurswertes auf börsliche Wertpapiergeschäfte ab einem Umsatz von 1.000 Euro einführen. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, dass eine solche Steuer europaweit eingeführt wird."


28.03.09  

Was ist das Gute an der Krise in der Finanzwirtschaft?

Auf den ersten Blick wahrscheinlich sehr wenig. Auf den zweiten Blick schon sehr viel mehr:

1. Unsinniges sortiert sich aus; z.B. Zertifikate.
2. Betrüger werden weggefegt; z.B. Madoff.
3. Schaumschläger enttarnt; z.B. Bernd Förtsch

Und so hat der berechtigte Vertrauensentzug der Anleger weiteren drei
Investmentfonds den Garaus gemacht.

Dabei handelt es sich um Fonds, die von dem >Guru< Bernd Förtsch
gemanaged wurden Wobei das Wort gemanaged eine positive
Übertreibung ist.

"Fondspromoter Bernd Förtsch fällt mit riskanten Wetten auf die Nase. Förtsch zockt im Vermögensaufbau-Fonds wie ein Daytrader, verdient aber im Gegensatz zu hitzigen Kleinspekulanten eine Verwaltungsvergütung von 1,4 Prozent plus Performance Fee, die ihren Namen nicht verdient“, lautete schon 2006 das vernichtende Urteil von Morningstar-Deutschland-Chefanalyst Werner Hedrich. Moringstar ist eine Ratingagentur, die sich auf die Einschätzung von Investmentfonds spezialisiert hat.

Förtsch war schon zur Boom-Zeit des Neuen Marktes wegen gewagter Aktientipps in Verruf geraten.


24.02.09  

Wann könnte das Welt-Geschäftsklima besser werden?

Heute um 10:30 Uhr starren die Händler wieder auf ihre Bildschrime.
Das ifo-Institut wird dann seinen neuesten Geschäftsklima-Indikator
Deutschland veröffentlichen.

Leider ist dieser Indikator nur ein kleiner Mosaikstein im zerzausten
Bild des Welt-Geschäftsklimas.
Aber gibt es Indikatoren, die sehr frühzeitig Wenden in den Weltkonjunktur anzeigen?

Denn in der globalisierten Wirtschaftswelt werden auch die heimatlichen Aktienbörsen nämlich erst dann wieder auf dem Kursweg Richtung Norden
einschwenken, wenn's auf dem gesamten Wirtschaftsglobus wieder
besser läuft.

Ja, es gibt diese "Sehr-Früh-Indikatoren"! Sie widerspiegeln die
wirtschaftlichen Abläufe, die sofort an der Quelle des Wirtschaftens
erhoben werden. Und nicht die, die erst nach einem langen Marsch
durch die Statistik-Ämter zeitverzögert ans Licht kommen.

Achten Sie deshalb auf die Bewegungsdaten der Containerhäfen.
Und auf Frachtraten.
Beides zeigt an, ob der Welthandel weiter
rückläufig ist - oder sich belebt.

 


21.01.09  

Wann könnte die US-Finanzkrise enden?

Um diese spannende Frage zu beantworten, hat die US-Börse
Nasdaq eine Meßlatte eingeführt:
sie bietet einen Kursindex an, der sich aus den Kursen der
US-Unternehmen zusammensetzt, die durch das US-Rettungspaket
TARP ("Troubled Asset Relief Programm") mit Beträgen von mindestens
1 Mrd US-Dollar gestützt werden.

Mit dem Börsensymbol QGRI finden Börsianer die jeweils aktuellen
Stand des >Government-Relief-Index<

Der Index startete Anfang Januar mit einem Stand von 1.000.
Er ist seitdem um fast 50 % abgesackt. Also leider ein klarer
Hinweis, dass die US-Finanzkrise weiter blüht und gedeiht.

Durch Anclicken dieser Zeile gelangen Sie direkt zum Tagesstand
des Government-Relief-Index der Nasdaq-Börse...


04.01.09  

Hinterlistig? oder Harmlos?

Am 16. Dezember hat das New Yorker South District Insolvenzgericht dem Lehman-Insolvenzverwalter gestattet, >die Verpflichtungen aus Derivatgeschäften an Dritte weiterzugeben oder zu verkaufen<.

Diese Gerichtsentscheidung sorgt erneut für Herzklopfen bei Anlegern,
die durch Lehman Brothers-Zertifikate finanziell schwer geschädigt
wurden.

Nach deutschem Recht sind Lehman-Zertifikate zwar Inhaberschuld-verschreibungen und keine "reinen" Derivate.
ABER: eines der Teile, aus dem Zertifikate i.d.R. zusammengesetzt sind, könnte eine Derivatverpflichtung seitens Lehman Brothers darstellen.

Deshalb raten einige Rechtsanwälte Widerspruch gegen den oben erwähnten Weiterverkauf der Lehman- Derivatverpflichtungen einzulegen.

Da der Insolvenzverwalter sowie das New Yorker Insolvenzgericht aber wahrscheinlich nicht erfahren, dass Anleger in Deutschland Lehman-Zertifikate halten, sollten Zertifikatsgeschädigte ggf. Ihre depotführende Bank fragen, ob diese oder deren Zentrale einen Widerspruch gegen den Verkauf der Lehman-Derivatverpflichtungen vielleicht schon vorsichtshalber eingelegt hat?

Ansonsten wäre es überlegenswert, den Widerspruch gegenüber der depotführenden Bank schriftlich zu erklären.


   
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