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Insight - Inside - Insight - Inside - Insight - Inside - Insight - Inside
Dies ist die Archivseite der Insight-Informationen
seit Januar 2008.
Sie erfahren hier Informationen und Meinungen, die Sie von den üblichen
Nachrichtenlieferaten durchweg nicht erfahren.
| 01.12.08 |
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Rabenschwarze
Stimmung
Das Zertifikate-Imagemagazin >Der Zertifikateberater< führt
monatlich eine Stimmungs- und Meinungsbefragung bei Zertifikatsemittenten
und bei
Zertifikatsverkäufern der Finanzindustrie durch.
Die November-Befragung ergebe einen ersten Stimmungsumschwung;
so das heute bekannt gemachte Ergebnis.
Diese Wertung der Umfrage ist schöngeredet. Lediglich die
befragten
Emittenten hatten eine "Verbesserung der Lage" konstatiert.
Der Zertifikate-Vertrieb spricht eine realistischere Sprache.
Bei ihm
bliebe die "Lage weiter angespannt". Deren Stimmungsindex
erreichte
gerade noch 12,9 von 100 möglichen Punkten.
Oder anders und deutlich drastischer ausgedrückt: der Vertrieb
hat
offenbar die Schauze voll von Zertifikaten.
Sehen
Sie sich die Meinungsumfrage gern selbst genau an. Durch
Klick auf diese Zeilen erhalten Sie das Ergebnis
im
Datei-Format...
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| 26.11.08 |
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Rabenschwarze Prognosen
Auf dem gestrigen 1. Hamburger Forecast-Forum wurden von
den Prognostikern rabenschwarze Aussichten für die kommende
wirtschaftliche Lage der Welt gegeben.
Eingeladen zum 1. Hamburger Forecast-Forum hatten die Initiative
Finanzplatz Hamburg e.V. und die German
GFA Society e.V. Die German GFA Society ist ein Berufsverband
von Finanz- und Analyseexperten.
Die Prognosen wurden von drei ausgewiesenen Experten gegeben:
von Dr. Michael Bräuninger vom HWWI;
von Bernd Schimmer, Chef-Analyst der Hamburger Sparkasse
und
von Carsten Klude, Chef-Analyst der Privatbank M.M. Warburg
& CO.
Einig waren sich die drei Experten, dass die USA und Europa sich
bereits in der berüchtigten Rezession befinden.
Bräuninger (HWWI) erwartet eine Erholung der wirtschaftlichen
Lage des Euroraumes im 2. Halbjahr 2009.
Pessimistischer war Klude (M.M. Warburg), der insbesondere herausstellte,
dass alle Schätzungen zur Kennziffer Gewinn-je-Aktie 2009
noch viel zu hoch seien. Er sieht zwar, dass die Notenbanken "aus
allen Rohren feuern"; er daraus aber keine Kurssteigerungen
für DAX-Aktien vorhersagt.
Auch Schimmer (HASPA) führte aus, dass er derzeit nicht in
der Lage
sei, z.B. eine Prognose zum DAX oder zu kommenden Aktienkursen
geben könne. Die Beurteilung einzelner Aktien sei leichter
möglich.
Schimmer erwartet eine "vorsichtige" Erholung der US-Wirtschaft
im
2. Halbjahr 2009. "Erholung" bedeute aber nur, dass
das Minus der
BIP-Wachstumsrate geringer werde; dann im Vergleich zu den Vor-
quartalen.
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| 16.11.08 |
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Branche
in schwerer See
In der Branche der Initiatoren und Anbieter sog. Beteiligungsprodukte
kriselt es. "Von einer Marktbereinigung ist die Rede"
schreibt der
Branchendienst >Fondstelegramm<.
Ausgelöst wird das Verschwinden vieler Anbieter durch ein
gänzlich
zusammengebrochenes Neu-Geschäft. Die sich zum Ende eines
jeden Jahres bisher pünktlich unter den Käufern von
Beteiligungen
einstellende Torschluß-Kaufpanik bleibt aus.
Zunehmend erfahren frühere Anleger zudem, dass Beteiligungen
an Geschlossenen Fonds schwierig wieder zu Geld gemacht
werden können. "Kurse" am Zweitmarkt-für-Geschlossene-Fonds
der
Börse Hamburg liegen durchweg sehr deutlich unter den ursprünglich
investierten Anlagebeträgen.
Auch die in den letzten Jahren "gut gelaufenen" Schiffsbeteiligungen
geraten durch dramatisch fallende Charterraten in schwere See.
Erste Charterer haben bereits Konkurs angemeldet. In fernöstlichen
Gewässern dümpeln bereits viele Schiffe unbeschäftigt
vor sich hin
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| 14.11.08 |
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Transparenz:
Eine erste Forderung der Politiker
wird erfüllt.
Am 2. Dezember soll ein weiterer Schritt in Richtung Transparenz
über die oftmals als "Massenvernichtungswaffen"
bezeichneten
Credit Default Swaps getan werden: die Intercontinental Exchange,
Atlanta, USA, wird CDS-Kontrakte in ihren Handel aufnehmen.
Damit hat sich die Intercontinental Exchange (ECE) gegen die deutsche
EUREX-Börse und gegen die Chicago Mercantile Exchange (CME)
sowie gegen die von der New York Stock Exchange gesponsorte
Euronext durchgesetzt.
Mit der Handelsaufnahme der CDS wird dann auch die schon lange
geforderte "Gegenpartei" für den CDS-Handel etabliert
werden.
Möchten
Sie einen ersten Blick auf die Internetseiten des kommenden
Swap-Handels werfen. Dann clicken Sie auf diesen Satz...
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| 09.11.08 |
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Hinter dem Bankschalter - keine Verhaltensänderung?
Immer mehr Zeitungen und Zeitschriften nehmen die sog.
Anlageberatung der Kreditinstitute auf's Korn. Und immer
mehr Mitarbeiter in den Kreditinstituten sind bereit, aus
den Nähkästchen zu plaudern.
In
der neuesten Ausgabe des STERN wird nochmals
beschrieben, welchem Druck die Mitarbeiter der Kredit-
institute ausgesetzt werden: morgens antreten zur
Zielvorgabe des Tagesverkaufs vorgegebener "Produkte";
abends vor Feierabend antreten zum Rapport.
Auch das Aufbäumen hereingefallener Privatanleger
gegen diese reinen Verkaufsberatungen hat bei den
Vorgesetzten der Verkäufer nichts bewirkt: auch jetzt noch
Tag für Tag werden Zielvorgaben erteilt, die erfüllt
werden
müssen.
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| 30.10.08 |
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Lehman-Zertifikate
was könnten sie wert sein?
Die üblichen Medien sind dieser Frage bisher nicht nachgegangen.
Dabei dürfte sich am Ende der Abwicklung des Lehman-Konkurses
noch ein Wert bei diesen Lehman-Schuldverschreibungen herausstellen.
Das läßt sich aus dem Wert der Lehman-Credit-Default-Swaps
("CDS") erahnen. Diese waren
Mitte Oktober bei Auflösung der gegenseitigen Swap-Verpflichtungen
(ISDA Swap-Auktion) mit 8,625 % des Nominalwertes ermittelt und
ausgeglichen worden.
Ein zweiter Hinweis, was Lehman-Zertifikate wert sein könnten,
kommt aus der Schweiz. Dort hat die zum Konzern der Credit Suisse
("CS") gehörende Bank Clariden Leu den Wert der
Lehman-Zertifikate auf 12 % des Nominalwertes abgeschrieben.
Also nach dem derzeitigen Stand könnten Lehman-Zertifikate
zwischen
8 und 12 % des ursprünglichen Anlagebetrags wert sein.
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| 22.10.08 |
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Die
Swap-Explosion fand nicht statt.
Das gestrige Cash-Default-Swap-Settlement der von der Lehman-Investmentbank
eingegangenen Swapgeschäfte ist offenbar in ruhigen Bahnen
verlaufen.
Nach Meinung der International Swaps and Derivatives Association,
(ISDA), der Standesvereinigung" der Swap-Industrie ist dies
ein weiterer Beweis, dass die Swap-Verpflichtungen der Internationalen
Banken keineswegs
eine negative Rolle im Drama Finanzmarktkrise spielen.
Robert Pickel, Vorstand der ISDA:
"Ein Betrag zwischen 6 und 8 Milliarden Lehman-Swaps sind
heute abgerechnet worden. Natürlich ist es klar, dass
Marktteilnehmer wesentliche Verluste erlitten haben.
Aber die Lehman- Swapgeschäfte haben nicht zur Krise beigetragen,
wie Kritiker uns glauben machen wollen.
Denn Swap-Verpflichtungen lassen sich mit Swap-Forderungen aufrechnen,
so dass die jetzt zu bezahlenden Swap-Beträge eben nur rund
ein bis zwei Prozent des Nomainalbetrages aller Lehman-Swapgeschäfte
ausmachten".
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| 21.10.08 |
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Die
erste Swap-Bombe könnte heute platzen.
Es herrscht Hochspannung bei den Banken, die
die "Massenvernichtungswaffen der Finanzindustrie"
[Bezeichnung von Swaps durch Warren Buffet]
in ihren Büchern halten.
Ab 15:00 Uhr unserer Zeit beginnt nämlich das sogenannte
Settlement von Swap-Verpflichtungen und Swap-Forderungen,
die die pleitegegangene Investmentbank Lehman Brothers
eingegangen war.
Die Verpflichtungen und Forderungen aus
dieser Geschäftsart soll bei Lehman ein Volumen von etwa
400 Milliarden Dollar ausmachen. Auf Grund der Struktur dieser
Swap-Geschäfte werden Forderungen mit Verpflichtungen
gegeneinander aufgerechnet und insofern werden die 400
Milliarden nicht wirklich bewegt werden. Aber 8 bis 10 Milliarden
könnten es schon sein, die heute zu begleichen sind.
Und da stellt sich die Frage, ob Swap-Verpflichtete und
Swap-Fordernde das Geld dafür haben.
Und danach geht das Zittern weiter. Die Swap-Geschäfte der
Washingtoner Sparkasse (Washington Mutual) werden am
Donnerstag 23.10. abends New Yorker Zeit aufgelöst.
Den
Zeitplan zur Abarbeitung weiterer Swap-Auflösungen durch
Pleiten z.B. der isländischen Banken erhalten Sie durch Click
auf diese Zeile und folgendes Herunterladen des ISDA-Swap-
Kalenders im
pdf-Dateiformat...
Mehr über Swap-Geschäfte können
Sie durch Click auf
diese Zeile erfahren...
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| 21.10.08 |
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Alles
fließt. Na, noch nicht so, wie früher. Aber immerhin....
Die internationalen Absprachen zur Garantie des Finanzwesens
wirken bereits.
Bestes Barometer dafür sind die Zinssätze, zu denen
sich die Banken
untereinander Geld leihen. Gerade dieses Sich-gegenseitig-Geld-leihen,
war gänzlich eingefroren gewesen.
Jetzt hat Tauwetter eingesetzt:
Die Geldflüsse beginnen zu fließen. Und das zu nach
und nach
zu sich normalisierenden Zinssätzen. Die wären je nach
Laufzeit
der Kredite Zinssätze, die von jetzt aus gesehen etwa bei
3 bis
4 Prozent liegen sollten.
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| Euribor = der Zinssatz, zu dem sich Banken
wieder gegenseitig leihen. |
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Datumsangabe bei dieser Tabelle im angelsächsichen
Format:
MM TT JJJJ
Weitere Info über Euribor-Zinssätze durch Click
auf Tabellenüberschrift. |
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| 20.10.08 |
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Stell' Dir vor es gibt es Rettungspaket und nur die
Landesbanken wollen den Inhalt haben.
Offenbar ist die finanzielle Not der Bayerischen Landesbank so
groß, dass deren Verantwortliche es gar nicht abwarten konnten,
erst das Kleingedruckte des sog. Finanzrettungspakets der Bundesregierung
zu lesen - und dann um Hilfe zu bitten. Bekannt wurde der (nochmalige)
Hilferuf der Bayerischen Landesbank nach noch mehr Geld nämlich
schon am Sonntag. Also bevor die Staatssekretäre der Berliner
Ministerium die Knebel im Kleingedruckten des Rettungspakets formuliert
hatten.
Allerdings ist zu bemerken, dass die Bayerische Landesbank sowieso
bereits ein Volkseigener Betrieb, eben der des Landes Bayern und
seiner volkseigenen Sparkassen, ist. Insofern kann es den Verantwortlichen
gänzlich egal sein, ob mit der Annahme von Hilfsgeldern aus
dem Bundes-Staatssäckel eine weitere Verstaatlichung der
Bayerischen Landesbank verbunden ist.
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| 13.10.08 |
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Die
Finanzkrise brachte es an den Tag.
Die Hypo Real Estate-Bank ist lediglich eine Holding mit vier
Tochterfirmen, die alle Banken sind, darunter die Depfa-Bank in
Dublin (Irland).
Die Hypo Real Estate-Holding ("HRE") selbst ist
im
Sinne des deutschen Kreditwesengesetzes keine Bank und unterliegt
nicht der deutschen Finanzaufsicht.
Der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
(BaFin) und die Deutsche Bundesbank entzogen ist ebenfalls
die HRE-Tochter Depfa-Bank in Irland, während die übrigen
drei Banken-Töchter
der HRE von der deutschen Aufsicht kontrolliert werden.
Deshalb hatte der HRE-Vorstand auch die Chance, die prekäre
Lage
der Depfa zu verschleiern. Deutlich zeigt sich auch, dass
die Konstruktion
einer >Bank-Holding< eine undurchsichtige und unkontrollierbare
Gesell-
schaftsform ist. Speziell dann, wenn sich unter dem Dach der Holding
ausländische Tochterbanken befinden.
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| 12.10.08 |
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Zertifikate-Anleger
sind wütend!
Anleger in Lehman-Zertifikaten verzweifelt.
In ihrem Ärger suchen die Zertifikate-Anleger Rat und Trost.
Und daraus ergibt sich für Rechtsanwälte ein neues Geschäftsgebiet:
der >>Anlegeranwalt<<.
Und vor dem warnte Rechtsanwalt Dr. Stefan Rützel im Fachmagazin
<Die Bank> nach dem Platzen der Blase des sog. Neuen Marktes
und der Internet-Hype schon im September 2001.
Seine damalige Warnung richtete sich dabei allerdings nur an Banken,
die die lästigen Möglichkeiten der Anlegeranwälte
nicht so einfach vom
Tisch wischen sollten. In seinem Artikel erläuterte er, wie
diese die
Medien einspannen würden, um an Mandanten zu gelangen.
Dass ein Anlegeranwalt auch ein Risiko für vermeintlich
fehlberatene
Anleger sein kann, darauf wies dann im November 2001 Markus
Straub
von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hin. (Ja,
genau
>der< Markus Straub, der vor einiger Zeit unter spektakulären
Umständen
von seinem Vorstandsposten der SdK zurück trat).
Straub damals in einem längeren Artikel der Financial Times
Deutschland:
"Auch eine Klage
ist ein Investment mit Chancen und Risiken. Einige Anwälte
schüren bei den Anlegern massive Hoffnungen, die in keiner
Weise gerechtfertigt sind".
Denn die Beweislast der Fehlberatung liegt beim Anleger.
"Dieser Beweis ist
ganz, ganz schwer zu erbringen", meinte damals Jürgen
Ernst vom der Bundesrechtsanwaltskammer.
In dem FTD-Artikel warnte Rechtsanwalt Andreas Tilp:
"Der Mandant sollte
vorher wissen, was er maximal [an den
Anlegeranwalt] bezahlen muss".
Andreas Tilp warnt jetzt erneut vor einer euphorischen Bewertung
der Rechtslage von Lehman-Zertifikaten. Tilp:
"Es ist fraglich, ob
ein Anleger tatsächlich über den Umstand aufgeklärt
werden muss, dass ein Emittent auch einmal pleite gehen kann".
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| 08.10.08 |
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Sterne
und Ratings
Die Zertifikate-Industrie will mit einer "Transparenz-offensive"
noch retten, was zu retten ist. Nach den dramatischen Kursverlusten
(Totalverlust
bei Lehman-Zertifikaten) ist diese Bemühung zwar lobenswert,
aber sie kommt zu spät.
Das mehr als berechtigte Misstrauen der Anleger in
diese Pseudo-Anlageformen wird sich diesmal auch mit Angaben
zum Rating der Zertifikate-Emittenten nicht umkehren lassen. Denn,
das wissen jetzt auch die naivsten Bankkunden, Ratings sind nicht
geeignet die Werthaltigkeit der >Massenvernichtswaffen der Zertifikate-Industrie<
zu beurteilen.
Ähnliche augenverklebende "Test-Urteile" hatten sich
die Marketing-
abteilungen der Investmentbranche schon vor Jahren einfallen lassen.
Sie vergaben ihren Fonds Sterne à la Hotelbewertungen.
Schon damals sagte einer der Ur-Gesteine der deutschen Invest-
mentbranche, Axel Benkner, was er davon hielte:
<<Sterne gehören in den Michelin>>.
Benckner hat recht gehabt. Stern- und Rating-Auszeichnungen sind
ungeeignet, wenn es um die Sinnhaftigkeit von Geldanlagen geht! |
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| 02.10.08 |
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Mogelpackungen
- entlarvt durch Kreditkrise.
Jede Krise hat auch ihr Gutes! ? ! Ja, stimmt. Eine Krise
bringt Dinge an's Licht, die sonst für die allgemeine Öffentlichkeit
verborgen blieben.
Und so kam an's Licht, dass die von der britischen
Anlagegesellschaft ETF Securities auf den Markt gebrachten
sogenannten >Exchange Traded Commodities< (ETC) eben
keine Anlageform sind, die sich mit >Exchange Traded Funds<
(ETF)
vergleichen lassen.
Dies wurde den gutgläubigen Anlegern (endlich) sehr deutlich,
als der Handel in ETC Mitte September mehrere Tage nicht
möglich war. Professionelle Anleger weigerten sich nämlich
ETC zu kaufen, weil ETC nichts anderes sind als Inhaberschuld-
verschreibungen, die keineswegs durch existente und reale
Rohstoff-Vermögenswerte gedeckt sind. ETC verbriefen lediglich
einen Anspruch auf Geldausgleich in Höhe des berechneten
ETC-Kurswertes.
Und wenn der ETC-Emittent pleite gegangen ist, dann haben die
ETC-Anleger zwar einen Anspruch, der aber nix wert ist und auch
nach der Pleite schwer durchzusetzen sein wird.
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| 30.09.08 |
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Ist
die Subprime-Krise tatsächlich nur auf Gier und Dummheit
amerikanischer Banken entstanden?
Daran können ernsthafte Zweifel angemeldet werden. Wie so
oft, liegen Krisen auslösende Dinge meist sehr viel tiefer
- und werden später von dicken politischen Abdeckschichten
bedeckt.
Eine dicke Abdeckschicht hat die Hamburger Wissensagentur
Tenman Prognosys jetzt Schicht für Schicht oberhalb der verschütteten
Gründe-der-Subprime-Krise soeben abgetragen.
Hier exklusiv für Leser von www.boersenseminar.info der
Text mit
dem, was Tenman Prognosys herausgefunden hat:
"Die ausufernde
Vergabe von US-Hypothekendarlehen an Schuldner mit geringer Bonität
ist die unmittelbare Folge einer völlig verfehlten Sozialpolitik
in den Vereinigten Staaten.
Schon seit 1977 verlangt der amerikanische Community Reinvestment
Act (CRA), ein in Europa weitgehend unbekanntes Gesetz, dass Banken
und Sparkassen im regionalen Geschäft mit Immobilienfinanzierungen
eine hohe Quote ihrer Darlehen an „Bedürftige“ ausleihen m ü s
s e n.
Die CRA-Regelung war der unbesonnene politische Reflex auf die
ursprünglich brutal risikoaverse Kreditpolitik des „Redlining“,
einem frühen, undifferenzierten „Geoscoring“, mit dem US-Banken
ganze Wohnviertel vom Zugang zu Kreditmitteln ausschlossen. Im
Verbund mit dem Ausbau der staatlichen Spezialkreditinstitute
Fannie Mae und Freddie Mac entstand in den 1990er-Jahren ein System
des institutionalisierten ökonomischen Irrsinns."
Das gesamte
Untersuchungsergebnis von Tenman Prognosys
können Sie durch Click auf diese Zeile im
pdf-Dateiformat
herunterladen.
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| 29.09.08 |
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Das
Schweigen des Deutschen Derivate Verbandes
Die "Standesvereinigung" der Zertifikate-Emittenten schweigt
zum GAU seiner Branche. Auf der Internetseite
des Deutschen Derivate Verbandes (DDV) ist selbst die anderweitig
schon verbreitete Pressemeldung zur Lehman-Pleite nicht einmal aufgenommen
(worden).
Deshalb hier zum
pdf-Datei Download die Pressenotiz
des DDV, die er selbst auf seiner Internetseite nicht veröffentlicht
(hat). |
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| 29.09.08 |
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1
Milliarde = 1 000 x 1 Million in den Lehman-Zertifikate-Sand gesetzt
Erstmals wurde heute bekannt, das der von den Lobbyisten der Zertifikate-Industrie
als "kleiner Player" bezeichnete Zertifikate-Emittent
Lehman und die mit Lehman kooperierenden Vertriebstruppen etwa
1 Milliarde Euro = rund 2 Milliarden D-Mark bei
europäischen Anlegern untergebracht haben.
Die Lobbyisten der Zertifikate-Industrie mauern sich deshalb ein.
Und draußen fliegen die Fetzen. Die bisher in der Promotion
ihrer sog. Wertpapiere eilfertigen Medien haben die Seiten gewechselt.
Jetzt warnen Sie vor diesen undurchsichtigen Wett-Produkten. Damit
erzeugen die
Medien erneut eine Hype. Jetzt allerdings eine Negativ-Hype: in
den letzten Wochen schütteten die Zertifikatsinhaber diese
"Massenvernichtungswaffen der Finanzindustrie" auf den
Markt, ohne Rücksicht auf Emittent und
Zertifikatskonstruktion.
Und damit kommt ein neuer Teufelskreis ingang. Die ausschließlich
an
die Zertifikate-Emittenten zurück gehenden Zertifikate "verhageln"
den
Emittenten ihre Gewinnspanne aus diesen sog. Wertpapieren. Denn
jedes zurückfließende Zertifikat löst im Hintergrund
die von den Emittenten
für Zertifikate eingegangenen Hedge-Absicherungen auf. Und
das
lassen sich die >Hedge-Geber< teuer bezahlen.
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| 24.09.08 |
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Grüezi
Herr Lehman.
Lehman-Zertifikate waren auch in der Schweiz <der> Renner
bei den Verkäufern von sog. Anlage-Produkten.
Die Schweizer Lehman-Zertifikatebesitzer sind natürlich
sehr sauer.
Aber dass alle völlig unwissend waren und tatsächlich
nicht wussten, worum es sich bei Zertifikaten handele - das führen
die Schweizer Anleger jetzt gegen die verkaufenden Banken ins
Spiel. Sie dürften gute Karten haben, wenn sie über
die Medien genügend laut geben. Der Schweizer Banken-Ombudsmann
jedenfalls ist schon voll mit den behaupteten Fehlberatungen beschäftigt.
>Nomura kauft europäische Teile von Lehman<.
Diese Meldung erzeugte Hoffnung bei deutschen Anlegern, die ihr
Geld ebenfalls auf Lehman-Zertifikate gesetzt hatten.
Wie immer sind aber die Details wichtig: Nomura übernimmt
die rund 2 500 Arbeitsplätze der sog. Investmentsparte -
nicht aber die Verbindlichkeiten und Vermögenswerte aus
dem Handelsbestand, schrieb die Financial Times Deutschland.
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| 21.09.08 |
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Infrastrukturbank
Macquarie unter Druck.
Die australische Investmentbank Macquarie konnte sich jahrelang
über den grünen Klee loben lassen. Früh hatte sie
als Geschäftsmodell kreditfinanzierte Infrastrukturanlagen
gekauft, in Geschlossene Fonds eingebracht und diese dann gegen
Gebühr verwaltet. Geschlossene Fonds, die Macquarie managed,
wurden auch deutschen Anlegern zum Kauf angeboten.
Dieses Geschäftsmodell scheint dem Ende näher zu kommen.
Denn die Kreditgeber werden nervös. In australischen Zeitungen
wird gewarnt.
Geschlossene Macquarie-Infrastrukturfonds müssen Teile ihrer
gehaltenen Infrastrukturbeteiligungen offenbar auf Druck von Kreditgebern
bereits verkaufen. Londoner Börsenhändler erwarten eine
kräftige Abwertung
der Fonds-Vermögenswerte.
Der frühere Chef der Macquarie-Gruppe hat vorsichtshalber
schon Kasse gemacht. Er hat seinen Aktienbesitz am Unternehmen
verkauft.
"Back to the main
game, and the Macspin-offs are in a spot
of bother. Their leverage is high, and although
non-recourse to the bank (and much of it contained in the underlying
assets themselves), potentially debilitating should cashflows
slow too much to service the debts.
Hence a round of asset sales this earnings season combined with
share buy-backs, and asset writedowns. Macquarie is fighting
the clock. This week, Macquarie Airports sold stakes in Copenhagen
and Brussels airports to another Macquarie vehicle, the Macquarie
European Infrastructure Fund 3, to pay down some debt and
conduct a $1 billion
share buyback. Last week Macquarie Infrastructure Group (MIG)
announced it would sell its M7 Westlink toll road asset to fund
a share buy-back. Selling its growth asset
to prop up the stock price is not a good look. There is an open
tender process, but a related party may well buy this asset too.
More than half of the distributions to unitholders from MIG, and
a decent slug of the Macquarie Airports (MAP) and Macquarie Communications
Group (MCG) distributions, still come out of capital, or debt.
So, the bank persists with its prop-up-the-stock-price-with-a-sexy-yield
strategy. It must be galling that Transurban has resiled from
the Macquarie Model of running heavy gearing and paying distributions
out of capital and has lately been rewarded."
(Sydney Morning Herald am 28.08.09)
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| 19.09.08 |
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"Der
Kursverfall russischer Aktien hätte viel mit der Welt-Finanzkrise
zu tun".
Zwar wird speziell in den Medien, die mit rosaroter Brille die sog.
BRIC-Ländern als "die Zukunft für Anleger" bezeichneten,
dieser Eindruck geschürt - er stimmt aber dennoch nicht.
Die russische Baisse ist hausgemacht. Die ganz großen
Oligarchen wollen den mittelgroßen Oligarchen mit Hilfe der
Herren im Kreml und der willfährigen Justiz jetzt den Garaus
machen.
Erfolge hatten sie bereits bei der Enteignung großer westlicher
Öl-Konzerne. Letztes Beispiel dafür: BP. Die mittelgroßen
Oligarchen rissen ihre Vermögenswerte an sich, indem
sie sich massivst bei russischen Banken verschuldeten. Als
Sicherheit hinterlegten sie dafür dann ihre Aktienpakete. Die
Kreditsummen steckten sie in Geschäftsgebäude und andere
Großimmobilien. Diese Immobilien beliehen sie wiederum mit
weiteren Krediten. Und so bauten sie eine Kreditpyramide gigantischen
Ausmaßes auf.
Die russische Kredit- und Aktienpyramide stürzt jetzt ein.
Auslandskapital verlässt fluchtartig das Land. Russische Unternehmen
und Banken haben Kreditverpflichtungen im Ausland in Milliarden-Beträgen.
Die Rückzahlung dieser Beträge steht an. Der Höhepunkt
der russischen Krise ist noch nicht erreicht - und wird in Kürze
"noch eins draufsetzen auf die amerikanische Krise". Da
hilft die Einstellung des Aktienhandels an der Börse Moskau
auch nichts. |
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| 17.09.08 |
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Welch'
ein Wahnsinn mit Zertifikaten umsich gegriffen hat, das wird
deutlich,
wenn Sie sich
diese
Übersicht ansehen.
Die Rating-Agentur Scope hat sich die Mühe gemacht
und aufgeführt, welcher Emittent welche Bonität hat und
wieviel tausende Zertifikaten = ungesicherte Inhaberschuld-
verschreibungenauf den deutschen Markt geschmissen hat -
und genügend Verkäufer fand, die diese in die Depots gutgläubiger
Privatanleger drückten. |
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| 17.09.08 |
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Lehman-Pleite
hat gravierende Auswirkungen auf XETRA-Aktienhandel
Noch vor einer Woche brüstete sich die Investmentbank Lehman
Brothers, dass sie im Jahr 2007
"Die Nummer 1 beim Aktienhandelsvolumen
in London,
die Nummer 1 bei Aktienhandelsvolumen
auf XETRA und
die Nummer 1 beim Aktienhandel an der
Euronext"
gewesen sei.
Das ist nun zuende. Und insofern dürfte die Handelstätigkeit
der
o.a. Börsen nochmals weiter zurückgehen. Die Aktienkurse
der Betrieber
der von Börsen (z.B. die Deutsche Börse AG) dürften
deshalb weiter
stark unter Druck bleiben. Denn auch die "alternativen"
Handelsplatt-
formen, die derzeit von den Großbanken Europas aufgezogen
werden,
ziehen zunehmend Handel von den Zentralbörsen Frankfurt oder
London
ab.
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15.09.08
14:20h |
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Zertifikatebörse
Scoach (Frankfurter Börse) hat jetzt Hinweis auf Handelseinstellung
von Lehman-Zertifikaten und von Zertifikaten,
die sich auf Lehman-Aktien beziehen, aufgenommen. |
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| 15.09.08 |
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Flächenbrand
nach der Lehman Explosion.
Auf der Internetseite der Stuttgarter Zertifikatebörse EUWAX
ist das ganze Ausmaß der Katastrophe zu ersehen.
Dort im Navigationspunkt "Der Handel" und dann im Unter-Navigationspunkt
"Handelseinschränkungen" ist zu ersehen, dass sich
viele weitere Emittenten zu Hauf schon am Freitag, 12.09. aus
dem Handel mit ihren eigenen Zertifikaten zurückgezogen hatten.
"Technische Probleme" sollte der Grund dafür gewesen
sein...
Den
Stuttgarter Überblick über die Rückzüge der
Händler von Zertifikatsbanken erhalten Sie durch Click auf
diese Zeile.
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| 15.09.08 |
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Zertifikate
sind keine Einlagen!
Inhaber der Lehman Brothers-Zertifikate können nicht auf
Entschädigung hoffen. Zwar ist die Frankfurter Filiale des
Unternehmens dem deutschen Einlagensicherungs-system angeschlossen,
aber
bei Zertifikaten handelt es sich eben gerade nicht um Einlagen.
Es handelt sich um Inhaberschuldverschreibungen. Und diese werden
nicht durch Einlagensicherungssysteme gedeckt.
So beschreibt sich bis heute das Unternehmen selbst:
"Lehman Brothers ist ein Innovator globaler Finanzprodukte
und -dienstleistungen. Unsere Structured Investments Website ist
ein charakteristisches Beispiel für unser Bemühen, unseren Kunden
immer den besten Service der Branche zu bieten. Sie bietet ein
Portal aus einer Hand, das Zugang verschafft zu aktuellen Produkten,
transparentem Pricing und zusätzlichen Markt-Tools, die die Anleger
in Produkte von Lehman Brothers über die ganze Breite der Anlageklassen
und innovativer Strukturen unterstützt".
Auf deren Internetseite, wie auch auf der Internetseiten
der Deutsche Börse und der "Zertifikatebörse"
Scoach, sind keinerlei Hinweise zu finden, dass die Kursstellung
für Lehman-Zertifikate offenbar eingestellt ist.
Auch hieran zeigt sich, dass Zertifikate-Anleger
durchweg dann in den Hintern gekniffen werden, wenn's Probleme
gibt.
Das war auch schon bei den Zertifikaten von Bear Stearns so, als
dieser
Zertifikate-Emittent serbelte.
Ein Strohhalm für Lehman-Zertifikate ergibt
sich daraus, das offizieller
Emittent Lehman Brothers International gewesen ist. Und die sind
von
der soeben gegen Lehman Brothers Frankfurt seitens des BaFin ausgesprochenen
Geschäftsschließung zumindest auf den ersten Blick
nicht betroffen.
Aber ob bei Lehman Brothers International was zu holen ist?
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| 15.09.08 |
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Die
Bomben platzen
Was von erfahrenen Anlagefachleuten schon lange erwartet wurde,
wird erneut Realität:
Zertifikate sind Kredite, die leichtgläubige Anleger
den "Zertifikate-Herstellern" geben. Und wer Kredite
= Zertifikate = Inhaberschuldverschreibungen erwirbt, der sollte
eine klare Analyse der Bonität seines Schuldners vornehmen.
Das war für Zertifikate von Lehman Brothers International
und Merrill
Lynch ebenso erforderlich, wie es jetzt für alle anderen
Emittenen gilt.
Nur mit einem Unterschied: für Zertifikate von Lehman und
Merrill Lynch
ist es zu spät. Deren Reputation und Bonität ist soeben
untergegangen.
Lehman hat rund 100 unterschiedliche Zertifikate bei Privatanlegern
untergebracht; Merrill Lynch 700.
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09.09.08
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Jetzt
kommt es dicke - für die Zertifikateindustrie
Im Frühjahr erlebten Zertifikatsgläubige, dass diese
sog. strukturierten Produkten nicht das hielten, was lautstark
von der Zertifikatebranche immer wieder hinaus posaunt wurde.
Und vor ein paar Wochen verlor eine der führenden Zertifikatsbanken
ihren Derivatechef, der auch in der europäischen Vereinigung
der Zertifikateindustrie die wesentliche Rolle spielte. Dem Vernehmen
nach, nahm er seinen Hut, weil er die Absicherung der emittierten
Zertifikate nicht mehr mittragen wollte.
Jetzt schießen sich auch die Medien auf die Bastion der
Zertifikateindustrie ein:
Zuerst die Zürcher Finanz und Wirtschaft mit ihrer Vermutung,
Emittenten würden Kurse von Werten, auf die sich die Performance
von Zertifikaten beziehen, kurz vor Stichtagen/Fälligkeitstagen
"manipulieren".
Und vor ein paar Tagen "entzauberte" die Börsen-Zeitung
die von der Zertifikateindustrie immer so betonte Absatz- und
Umsatztätigkeit ihrer Spekulationszertifikate. Sie glaubt
nicht (mehr) an die Milliardenbeträge, die vom deutschen
Zertifikatsverbands unters Anlegervolk gebracht werden.
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| 08.09.08 |
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Geheimtreffen
der OPEC mit EZB?
Ob das Treffen der Öl-Gewaltigen der OPEC Ende August mit
hochrangigen Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB)
nun wirklich ein "Geheimtreffen" war, das sei dahingestellt.
Aber der Eindruck drängt sich auf; denn über den Inhalt
der zweitägigen Gespräche wurde ausser diesem dünnen
Statement auf der OPEC-Internetseite nichts weiter bekannt:
" OPEC's ECB ends
meeting Friday, 29 August 2008 Vienna, 29 Aug. 08--OPEC’s Economic
Commission Board, which is a technical body, held a two-day meeting
at the Organization’s Vienna headquarters on August 28 and 29,
2008. The ECB reviewed the market. However, it does not make any
policy decisions or recommendations. Any policy decisions or recommendations
are taken only by Ministers at conference level. Any views expressed
by officials attending the ECB meeting are solely personal and
do not reflect any official position. The ECB is composed of National
Representatives from Member Countries, the Secretary General and
the Director of the Research Division."
Der Grund des Treffens dürfte aus Sicht der
OPEC gewesen sein, dass sie wohl ergründen wollte, wie es
um die Konjunktur in Europa wirklich bestellt sei. Sie möchte
nämlich einerseits 100 Dollar-je-Ölfass als Untergrenze
für ihr Öl halten, aber andererseits die Konjunkturen
nicht so stark würgen, dass ihre Mitglieder zu große
Einnahmeeinbußen erleiden.
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| 04.06.08 |
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Bankenaufsicht
zeigt Druckvertrieb der Kreditinstitute die Rote Karte.
Während einer öffentlichen Tagung der Bundesbank prangerte
Karl-Burkhard Caspari, Exekutivdirektor der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht die Mißstände im den
Privatkundenabteilungen der deutschen Kreditinstitute an.
Es ging ihm und der BaFin über die Hutschnur, dass
"Beschwerden über problematische Vertriebsaktivitäten
inzwischen nicht mehr nur von Kunden, sondern auch von Mitarbeitern
der Institute geäußert würden - und das nicht
nur anonym!".
"Viele Banken haben ihre Zielvorgaben an die Kundenberater
zuletzt stark erhöht".
"An dem stark provisionsgetriebenem Verkauf von Finanzprodukten
wie Zertifikaten oder Fonds habe die Einführung der neuen
Finanzmarkt-Richtlinie MiFID wenig geändert".
Und dann kommt es klarer und deutlicher denn je:
"Auch die Anleger selbst müssen die Qualität
der angebotenen Produkte genauer unter die Lupe nehmen, anstatt
ihrem Berater blind zu vertrauen".
So deutlich hat das bisher niemand Offizielles je zu sagen gewagt.
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| 01.06.08 |
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Anleitung zur Plünderung einer nachlässigen Bank.
Die von ihrem Derivatehänder Jerome Kievel um Milliardenbeträge
geschädigte Societe Generale hat vor ein paar Tagen den Untersuchungsbericht
über ihre Überwachungsversäumnisse über
ausgeflippte Derivatehändler veröffentlicht.
Auf
rund 70 Seiten hat die Societe Generale vor ein paar Tagen veröffentlicht,
wie eine Einzelpersonen diese Riesenbank an den Rand einer Pleite
brachte.
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| 09.05.08 |
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Das Spiel von Igel und Hase.
In den sog. Financial-Engineering-Abteilungen der Kreditinstitute
wird
erneut viel Gehirnschmalz für die Erspähung von Steuerschlupflöchern
aufgewandt, um die Abgeltungssteuer zu umgehen - um mit den ausgetüftelten
"Wertpapieren" weiterhin bei vertrauensseligen Privatanlegern
ihre hoch-provisionierten Zertifikate abzusetzen.
Eigentlich hatte das Finanzministerium das Schlupfloch "Zertifikatefonds"
stopfen wollen. Das sollte dadurch gelingen, dass Erträge
aus Zertifikaten
als "ausschüttungsgleiche Erträge" eingestuft
würden. Und zwar auch
dann wenn diese Zertifikate in Fonds gehalten werden. Da aber
Fonds
Erträge aus sog. Swap- und/oder sog. Termingeschäften
trotz der kürzlichen "Nachbesserung" des Finanzministeriums
(siehe Rubrik Abgeltungssteuer)
weiterhin steuerfrei vereinnahmen können, tat sich für
die Tüftler in den Kreditinstituten ein neues Schlupfloch
auf:
Es werden keine realen Zertifikate in das Fondsvermögen hineingenommen,
sondern nur virtuelle Zertifikate.
Also Swap-/Options-/Termingeschäfts-Nachbildungen. Diese
sollen in der Theorie dann die gleiche Performance von Zertifikatsstrukturen
erbringen.
Zertifikatefonds gibt es in Deutschland bereits. Anleger, die
die in diese Zertifikatefonds ihr Geld hineingelegt haben, wurden
bisher nicht sehr glücklich.
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| 08.04.08 |
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Kreditkrise II in Sicht?
Hinter den Kulissen wird bereits diskutiert, ob die Übernahme
der Geschäfte des in der derzeitigen Kreditkrise fast untergegangenen
Investment-Bankhauses Bear Stearns durch JP Morgan nicht ein neues
sogenanntes Klumpenrisiko bringt.
Es geht um die Credit Default Swaps (CDS). In diesem intransparenten
Geschäftszweig war Bear Stearns die Nummer 1. Wenn JP Morgan
deren CDS-Kontrakte zu den eigenen hinzufügt, dann hätte
JP Morgan CDS-Kontrakte auf rund 10.000 Milliarden $ (in Worten
Zehntausend Milliarden) CDS's in den Büchern. Und damit würden
sich fast 25 % der weltweit ausstehenden CDS-Kontrakte auf einen
einzelnen Kontrahenten konzentrieren.
Die Analysten von Barclays Capital haben bereits berechnet, was
passierte, wenn nur e i n "kleiner"
CDS-Player mit 2.000 Milliarden $ ausstehender Kontrakte pleite
gehen würde: es würde zu Verlusten zwischen 36 und 47
Milliarden $ für dessen Geschäftspartner führen.
JP Morgan rechnet anders und veranschlagt, dass ihre CDS-Kontrakte
"nur" ein Risiko von 22 Milliarden $ darstellten.
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| 05.04.2008 |
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Dollarkurs zu tief
= Euro zu hoch?
Die Finanzminister aus den EURO-Ländern sind aufgescheucht
worden:
das Wachstum der Exporte aus den Ländern mit dem EURO schwächt
sich offenbar ab. Grund dafür ist die vermutete 25 %ige "Überbewertung"
des Euros im Vergleich zum US-Dollar.
Auf dem gestrigen
ECOFIN-Treffen war das Thema Währung denn auch
ein Hauptpunkt. Der griechische Wirtschaftsminister plauderte es
aus:
"We are more concerned than
the last time around (at the last G7 meeting) about exchange rates,"
George Alogoskoufis said. He added that G7 members must find a "common
approach" towards exchange rates. Officials from G7 members will
meet at a summit in Washington next weekend.
Interventionen der Notenbanken, um das Währungspaar EUR/USD,
kursmäßig wieder in die Nähe der Kaufkraftparität
zu bringen, sind
jetzt nicht mehr ausgeschlossen.
Abgesprochen werden diese wahrscheinlich bereits am 11. April;
einen Tag vor dem Beginn der
Jahrestagung von Internationalem
Währungsfonds und der Weltbank.
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| 03.04.2008 |
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Der vergessene Zertifikateskandal.
Ganz schlimm scheinen die Verhältnisse bei der SEB Bank zu
sein.
Die
Wirtschaftswoche hatte vor einigen Wochen auf den Druck
hingewiesen unter dem die dortigen Wertpapierverkäufer stehen.
Das ist nicht das einzige Problem, das die Kunden der SEB aushalten.
Die SEB hatte vor einigen Jahren auch zwei Zertifikate in
die Depots ihrer Kunden hineinberaten, die sich auf Fonds bezogen,
deren "Manager" Florian Homm sein sollte.
Und
dieser Florian Homm ist offenbar untergetaucht.
Die SEB verweigert seitdem den Zertifikatsbesitzern den Verkauf
ihrer Homm-Zertifikate. Sie bezieht sich auf die Zertifikatsbedingungen,
die versähen, dass bei einer "Marktstörung"
Zertifikatspreise nicht
festgestellt und eine Rücknahme nicht vorgenommen werden
könne.
Das
Einzige, was der SEB einfiel, war, die Zertifikate zu "kündigen".
So einfach ist es, Zertifikate zu emittieren. Das Risiko aller
Zertifikate
liegt nämlich in jedem Fall bei den Zertifikats-Gläubige(r)n.
Und was bleibt den betrogenen Zertifikats-Gläubige(r)n übrig?:
Klagen
vor Gericht. Die sind jetzt eingereicht worden. Bis zu einem
Urteil können Jahre ins Land gehen. Und ob die Betrogenen
Recht
bekommen
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