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Dies sind die Archiv-Informationen 1. Halbjahr 2006 aus der Welt der inflations-indexierten Wertpapiere
     
28.06.06
Auch die KfW bringt "Speziallinker"
  Die KfW reiht sich ein in die Riege der Emittenten inflationsschützender Anleihen. Sie will eine 12jährige inflationsindexierte Anleihe in der nächsten Zeit auf den Markt bringen.
In Bezug auf den "Inflationsschutz" geht sie dabei ähnlich vor, wie die Europäische Investitionsbank (EIB) mit ihrer EPOS-Anleihe:
Auch beim KfW-Linker findet der "Inflationsschutz" lediglich durch Anpassung des Nominalzinses an die Inflationsrate statt.
Dies soll dadurch erreicht werden, dass die Jahresinflationsrate mit einer "Partizipationsrate" multipliziert wird.
Ein Beispiel: bei einer Inflationsrate von 2 % und einer "Partizipationsrate von 170 Punkten" wird dann ein Zins von
2 x 1,7 % = 3,4 % gezahlt. Der Maximalzins dieser Anleihe beträgt aber 7 %, so dass der Inflationsschutz bei einer Inflationsrate von 4,12 % endet!
     
27.06.06
Die Details zum neuen EIB-Linker
  • Zeichnung ab jetzt bis 17.07. (vorzeitige Schließung möglich)
• Ausgabepreis 100 %
• Stückelung EUR 1.000er
• Laufzeit bis 21.07.2016
• Börsenhandel u.a. auch in Frankfurt
• Zinszahlungen: am 21.07.07 = 5 %;
  danach dann jeweils das 1,48fache der Euroland-Inflation
• Nennwertrückzahlung ohne Inflationsausgleich.
• Die ISIN-Wertpapier-Kenn-Nummer ist: XS0258132272
     
26.06.06
Europäische Investitionsbank (EIB) wird inflationsindexierte Anleihe ausgeben
  Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat vor ein paar Tagen über die Nachrichtenagenturen angekündigt, dass sie im Juli eine inflationsschützende Anleihe in EUR auflegen wird.
Dabei scheint die EIB eine besondere Konstruktion des Inflationsschutzes zu wählen. Nämlich, den Inflationsschutz lediglich für den Nominalzins vorzunehmen.
Laut noch recht oberflächlichen Zeitungsmeldungen soll der neue EIB-Linker im ersten Laufzeitjahr 5,0 % Nominalzins aufweisen. In den folgenden Laufzeitjahren soll dann als Zins jeweils das 1,48fache der Euroland-Jahresinflationsrate gezahlt werden.
Die Laufzeit des EIB-Inflationsbonds soll 10 Jahre sein.
Nicht klar ist, ob auch der Nominalwert "inflationsindexiert" später erhöht zurückgezahlt wird. Angesichts des "zu hohen Anfangsnominalzinses" ist das unwahrscheinlich.
Leider hat die EIB auf ihrer eigenen Internetseite (noch) keine Details zu ihrer neuen Anleihe angegeben.

Ich recherchiere weiter - und informiere Sie dann hier im ILB-Report.
     
19.06.06
Inflationsschützende deutsche Staatsanleihen jetzt speziell für Privatanleger:
  Das war die Ankündigung von Jörg Asmussen aus dem Bundesfinanzministerium vor ein paar Tagen auf der EUROHYPO International Bond Markets Conference.

Erstmals hatte die Bundesschuldenagentur im Frühjahr 2006 eine Inflationsindexierte deutsche Staatsanleihe ausgegeben. Die Laufzeit dieses "Linkers" ist 10 Jahre und kann von jedem Privatanleger ganz normal über Banken erworben werden.
Warum jetzt "für Privatanleger" neue inflationsschützende Anleihen auflegen?
Das kann zwei Gründe haben.
Erstens: die Banken informieren ihre Kunden nicht über diese neuartige inflationsschützende Anleihe.
Zweitens: mit einer weiteren (Neu-)Auflage lässt sich ein präziseres Marketing aufbauen - und vor allem soll der Verkauf dieser Anleihen dann im Direktvertrieb durch die Bundeswertpapierverwaltung an Privatanleger fließen.

Aber egal, wo und bei wem Linkers von Privatanlegern erworben werden! Linkers sind für Privatanleger völlig unsinnig.
Denn: auch deutsche inflationsschützende Staatsanleihen gelten als sog. Finanzinnovationen. Und der später am Ende der Laufzeit gezahlte "Inflationsausgleich" muss vom Anleger versteuert werden. Und daran soll sich auch nichts ändern. "Die Einführung von inflationsindexierten Staatsanleihen für Privatanleger wird keinesfalls automatisch eine Änderung der Steuergesetzgebung nach sich ziehen", so Jörg Asmussen vom Bundesfinanzministerium. Insofern ist es schon recht verwegen, wenn Jörg Asmussen sich von Zeitungen mit "wir sollen dem Wunsch vieler Anlager nach einer inflationsgeschützten Altersvorsorge …. nachkommen" zitieren lässt.

Jörg Asmussen wurde von Die Zeit im Juni 2004 als "Ein Manager mit Beamtenstatus" tituliert und ihm wurde damals nachgesagt, dass "ihm vor allem Gestaltungsspielraum wichtig sei". Den sollte er nutzen, um den leicht zu berechnenden Inflationsausgleich seiner Staatsanleihen steuerfrei auszukehren. Ggf. zusätzliche wirkliche Kursgewinne könnten selbstverständlich steuerpflichtig bleiben.
     
14.06.06
Herzlichen Glückwunsch!
  Regina Krüger aus Magdeburg hat Ihre Bachelorarbeit zum Thema Inflationsschützende Anleihen soeben abgeschlossen.
     
06.06.06
Japan gibt inflations-indexierte Staatsanleihe aus.
  Was ist dran, wenn eine Volkswirtschaft, der eher defaltionäre Tendenzen nachgesagt wird, inflationsschützende Staatsanleihen anbietet?
Der neueste japanische Linker wird ein Volumen von 500 Milliarden Yen und ein Laufzeit von 10 Jahren aufweisen.
     
13.05.06
Kurzfristige Anlageerfolge - und inflationsindexierte Anleihen?
Wer das erwartet, hat nix kapiert.
  Zu kurz gedacht?
Das Handelsblatt beschreibt "die Lage auf dem Markt für inflationsindexierte Anleihen". Diese hätten sich schlechter entwickelt als erwartet. Ein Grund dafür sei, dass die Nachfrage stocke. Denn die Kurse des ersten deutschen Linkers seien gesunken. Und das obwohl auch die EZB seit Monaten auf die Inflationsgefahr hinwiese. Interessant im HB-Artikel ist speziell die zitierte Aussage von Michael Wenselaers, KBC Asset Management, dass "Linkers kurzfristig stark schwanken ...können". Bisher wurde theoretischen Literatur-rund-um-Linkers davon ausgegangen, dass inflationsindexierte Anleihen im Vergleich zu normalen Festzinsanleihen weniger stark schwanken würden. Wahrscheinlich trifft diese Aussage wohl nur auf die Betrachtung langer Zeiträume zu. Und Michael Wenselaers bezieht sich in seiner Aussage ja ausdrücklich auf "kurzfristig".
     
06.05.06
Bundesminister Steinbrück findet Inflationsindexierte Anleihen gut
  Auf einer von EUROMONEY veranstalteten Konferenz brach Finanzminister Peer Steinbrück eine Lanze für Linkers:
"Ich messe inflationsindexierten Anleihen steigende Bedeutung zu. Auf mittlere Sicht kann ich mir gut vorstellen, das bis zu fünf Prozent der Kreditaufnahme des Bundes über inflationsbezogene Instrumente laufen könnte", zitierte die Nachrichtenagentur Reuters den Bundesfinanzminister.
     
30.03.06
England denkt und handelt langfristig
  Die britische Agentur für Staatsschulden-Management will im Mai eine inflationsindexierte Anleihe mit einer Laufzeit von 49 Jahren auflegen.
Voraussichtlich wird dieser Linker einen Anfangsnominalzins von 1,25 % aufweisen.
     
25.03.06
Bundesbank ist zum Fan für Linkers geworden
  Die Bindung von Bundesanleihen an die Verbraucherpreisentwicklung könne die Regierung in ihrem Ausgabeverhalten bremsen, meinte der Bundesbankpräsident Axel Weber während einer Veranstaltung der Wirtschaftspolitischen Vereinigung.
     
24.03.06
Optimismus angebracht?
  Kai Johannsen, Börsen-Zeitung, hat Hoffnung.
Er gab unter dem Titel >Favorit Linker< einen guten Überblick über inflationsindexierte Anleihen und endet am Ende seines Artikels leider auch mit dem Resümee für deutsche Anleger: >Einziges Manko des deutschen Linker ist die nachteilige steuerliche Behandlung als Finanzinnovation. Aber an dieser Stellschraube kann Peer Steinbrück ja noch drehen<.
     
05.03.06
Ein Blick ins Archiv:
  Credit Suisse, eine der ganz großen Schweizer Banken, riet in der Ausgabe 03.05 (also im Jahr 2005) ihrer Publikation GLOBAL INVESTOR in puncto inflations-indexierter Anleihen ("IL-Anleihen") hierzu:

...sind IL-Anleihen auf Grund ihrer geringen Volatilität für ein Portfolio attraktiv. Sie können als eigenständige Anlagekategorie betrachtet werden und bieten für ein Portfolio eine willkommene Diversifikation".

Bei dieser Aussage aber bitte beachten, dass sich Credit Suisse in ihrem Magazin an internationale Institutionelle Anleger wendet. Für deutsche Anleger trifft die Aussage zwar auch grundsätzlich zu. Aber die steuerliche Behandlung von Linkers vernichtet jegliche Vorteile, die sich aus BUNDi ergeben können.
     
28.02.06
Deutschland gibt erstmals inflations-indexierte Staatsanleihe aus
 

Plötzlich und unerwartet
hat sich das Bundesfinanzministerium entschieden, in der zweiten März-Woche eine deutsche inflationsindexierte Staatsanleihe ("BUNDi") auszugeben. Die Laufzeit dieser BUNDi wird 10 Jahre sein. Der Zins und der spätere Rückzahlungskurs werden an die Inflationsrate im Euroland ("HVPI") gekoppelt sein. Präzise: an die Euroland-Inflationsrate ohne Berücksichtigung der Preissteigerung von Tabakwaren ("HVPIxT"). Mit dieser neuartigen Anleihe reiht sich Deutschland in rund 40 Staaten ein, die "linkers" ausgeben.
Für Privatanleger sind BUNDi noch nicht geeignet. Denn BUNDi gelten in steuerlicher Sicht als "Finanzinnovationen". Und bei Finanzinnovationen wird der spätere "Rückzahlungsgewinn = Inflationsausgleich" besteuert.

     
27.02.06
Nächste US-TIPs im April
  Das US-Schatzamt "Treasury"
kündigt in seinem Emissionskalender für das erste Halbjahr zwei weitere inflationsindexierte Staatsanleihen an.
Und zwar für den 09.04. die Ausgabe eines 10-jährigen TIPs und für den 10.04. die Emissions einer 5-jährigen inflations-indexierte Anleihe.
     
19.02. 06
Auch in Latein-Amerika sind Linkers beliebt.
  Kolumbien
hat vor ein paar Tagen jeweils eine 6-jährige sowie eine 10-jährige inflationsindexierte Staatsanleihe ausgegeben.
     
11.02.06
Ist das Zinsniveau hoch oder niedrig?
  Unentschieden!
Die Frage, ob das weltweit herrschende Zinsniveau hoch oder nicht hoch sei, ist schwer zu beurteilen. Institutionelle Anleger kaufen speziell lang laufende Festverzinsliche Wertpapiere. Sie gehen davon aus, dass das Zinsniveau offenbar hoch sei und wollen sich diese hohen Zinsen für lange zukünftige Zeiten sichern. Die Ansicht der Emittenten ist wahrscheinlich anders. Sie, insbesondere Großbritannien und USA, geben "ultra-langlaufende" neue Staatsanleihen aus. Binden ihre Steuerzahlen damit für extrem lange zukünftige Zeiten an das jetzige Zinsniveau. So haben z.B. die USA eine 20-jährige inflationsindexierte Anleihe auf den Markt gebracht.
Werden die Käufer langlaufender Bonds in ihrer Ansicht, das Zinsniveau sei hoch, Recht behalten? Oder die Emittenten in ihrer Sicht, das Niveau sei niedrig und daher die Schuldenaufnahme mit langer Verpflichtung günstig?

Schauen Sie hier in 30 Jahren 'mal wieder herein. Dann wissen wir es genau.
     
08.02.06 Bundesschulden-verwaltung kündigt schon wieder an...  

Ankündigungsweltmeister
Gerhard Schleif, Chef der Deutschen Finanzagentur, die die Schuldenaufnahme der Bundesrepublik Deutschland managed, kündigt mal wieder die Ausgabe deutsche inflationsindexierter Staatsanleihen ("BUNDi") an. Das tut er nun schon rund zwei Jahren. Erneut begründet er die immer noch nicht vollzogene Emission dieser für Deutschland neuartigen Anleihen mit "einem nicht besonders günstigen Marktumfeld". Italien und Großbritannien schienen das "Marktumfeld" genau anders einzuschätzen. Beide gaben in den ersten Monaten inflationsschützende Anleihen aus, die ihnen seitens institutioneller Anleger geradezu aus den Händen gerissen wurden.

     
30.01.06
Großbritannien mit neuen 50 Jahre laufenden Linkers
  Aus den Händen gerissen
Die von der englischen Staatsschulden-Agentur aufgelegten neuen "Linkers" mit 50jähriger Laufzeit erfreuten die Institutionellen Anleger. Ausgegeben wurden nominell 650 Mio GBP mit einem nominellen Anfangszins von 1,25 %. Die starke Nachfrage nach diesem inflationsindexierten Bond führte allerdings zu Kursdruck auf bereits börsennotierte Alt-Anleihen. Denn diese wurden teilweise in die neuen 50jährigen "umgeswitcht".
     
27.01.06
US-Ratingagentur Standard & Poors (S&P) glaubt an deutsche inflationsindexierte Anleihe
  Gläubig? Oder hat S&P verlässlichere Info?
"S&P erwartet, dass Deutschland dabei erstmals eine inflationsindexierte Anleihe (über 10 Mrd EUR) begeben wird. In diesem Zusammenhang verweist die Ratingagentur darauf, dass die Emission von inflationsindexierten Anleihen 2005 in Europa gegenüber dem Vorjahr um 44% auf ein Volumen von 350 Mrd EUR gestiegen ist."
(Quelle Nachrichtenagentur vwd)
     
24.01.06
Italien mit neuen inflationsindexierten Staatsanleihen (BTPi)
  Vermutung wird Realität
Die Vermutung (siehe Meldung hier am 22.01.), dass Italien in dieser Woche mit neuen inflationsschützenden Staatsanleihen ("BTPi") auf den Markt kommen wird, wurde soeben vom italienischen Wirtschaftsministerium bestätigt.

Hier die Original-Meldung der Nachrichtenagentur AFX:
MILAN (AFX) - The Bank of Italy will auction 1.5 bln eur worth of five-year treasury bonds indexed to eurozone inflation, and 750 mln of 30-year inflation-indexed bonds, both on Jan 27, said the economy ministry.
     
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Wie schrecklich ist die Inflation? Was bedeuten steigende Preise für das Taschengeld? Wie entsteht Inflation?

Die Europäische Zentralbank hat zusammen mit den nationalen Zentralbanken des Euro-Währungsgebiets ein Informationspaket mit dem Titel „Preisstabilität: Warum ist sie für dich wichtig?” erstellt. Es ist für Teenager und Lehrer gedacht und in allen Amtssprachen der Europäischen Union erhältlich. Das Material besteht aus einem achtminütigen Zeichentrickfilm, Informationsheften für Schüler und einem Lehrerheft. Der Film handelt von zwei Sekundarschülern, Anna und Alex, die einiges über Preisstabilität herausfinden. Die Informationshefte für Schüler bieten einen leicht verständlichen Überblick über das Thema, während das Lehrerheft dieses detaillierter behandelt.

Das Video kann im Internet direkt mit den meist verbreiteten Media-Playern angesehen werden. Zudem gibt es erklärendes Informationsmaterial für Schüler und für Lehrer, die ebenfalls über folgenden Link erhältlich sind:
http://www.ecb.int/home/html/educational.de.html

     
20.01.06
Neue Linkers in USA und Italien erwartet
  Finanzmarktexperten erwarten die Emissionen weiterer inflationsindexierter Staatsanlagen. So wird das US-Finanzministerium kommenden Dienstag wahrscheinlich neue 20jährige TIPS im Volumen 10 Mrd. USD ausgeben. Italien könnte am Montag eine neue BTPei ankündigen - und dann kurz danach emittieren.
 
zu den Informationen über inflationsindexierte Anleihen im Jahr 2005

 

 
 
 
 

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