Home Mail an PNWorld@t-online.de
 
 
Analysten

Anlageberatung

Geschäftsberichte

Info Overflow

Hedgefonds
REITs
Stabiles Geld

Augen auf

Überblick

 
 
Insight
Wissen
IPO 2010

Lexikon ->A-Z

The World in 2010
 
Ihr Shop für noch mehr Börsenwissen Börsenwissen auf Bestellung
 

 

>Fachbegriffe - wie sie nicht im Lexikon stehen<

Going Private

Die Zürcher Kantonalbank hat Anfang Mai 2003 eine gut verständliche inhaltliche Übersetzung dieses Begriffes veröffentlicht. Neu ist der Begriff allerdings nicht;
1997 wurde er z.B. schon im GUIDE - Begriffe aus der Finanzwelt der Zürcher
Zeitung Finanz + Wirtschaft erwähnt.

Going private scheint uns also nur neu zu sein, weil der Begriff in den letzten Monaten recht häufig auftauchte. Und zwar zu Recht; denn das Jahr 2003 war bisher das Rekordjahr der Rückzüge vom öffentlichen Börsenhandel. Vorherrschende Form des Börsenrückzugs war dabei das sog. Squeeze-out. Also das Herausdrücken der letzten wenigen Privataktionäre und die anschließende Streichung der Börsennotierung. Diesen Weg gingen in diesem Jahr rund 20 Aktiengesellschaften. Zum Vergleich: 1995 zogen sich nur 2 von der Börse zurück.

Die Zürcher Kantonalbank:
• "Während noch Ende der 90er-Jahre viele Firmen an die Börse strebten (Going public), ist heute eher eine gegenteilige Tendenz festzustellen. In den letzten Monaten haben bekannte Unternehmen ein Going private angekündigt und auch durchgeführt.
• Die Aktienmarktbaisse dürfte den Entscheid für einen Rückzug von der Börse beeinflussen. Wegen der schlechten Börsenverfassung wird diversen Small- und Mid Cap-Gesellschaften nur noch wenig Beachtung geschenkt. Dies manifestiert sich in sehr geringen Börsenumsätzen und niedrigen analytischen Bewertungen.
• Wird die Rally der letzten Wochen Firmen von einem Going private abhalten? Wir glauben nicht, denn eine solche Überlegung ist wegen der nachfolgend aufgeführten Konsequenzen langfristiger Natur und damit nicht von kurzfristigen Marktschwankungen abhängig:

Für eine Börsennotiz:
• Börsennotierte Aktien sind oft eine Voraussetzung für Unternehmensakquisitionen. Die übernehmende AG gezahlt dann statt mit Bargeld mit ihren eigenen Aktien.
• Eine Börsennotiz steigert auch den Bekanntheitsgrad und stellt somit eine Gratiswerbung dar.
• Eine Börsennotiz kann auch von Vorteil sein, wenn es darum geht, Führungskräfte zu gewinnen (z.B. über sog. Optionsprogramme oder Mitarbeiteraktien).

Gegen eine Börsennotiz:
• Sie ist mit Kosten verbunden. Es sind einerseits die jährigen Börsenzulassungkosten zu zahlen und dann die Kosten, die sich aus der Beziehungspflege mit Aktionären, Wirt-schaftspresse und Analysten ergeben.
• Aufwendungen für Geschäftsbericht, ggf. Vierteljahresberichte, Pressemitteilungen, Zeit-beanspruchung des Managements und insbesondere Hauptversammlung gehen ebenfalls kräftig ins Geld."

Die Zürcher Kantonalbank beschreibt auch die möglichen Indikatoren für ein kommendes Going private einer AG: [aus Schweizer Sicht, die aber für deutsche Verhältnisse eins zu ein übernommen werden kann.]
"Nachfolgende Faktoren dienen als Indiz für eine mögliches Going private:
• Ein starker Hauptaktionär. Der Anreiz für den Börsenrückzug kann in einer Reduktion der Steuerbelastung des dominierenden Aktionärs oder in einem geringeren Druck auf das Managements liegen. Verfügt der Hauptaktionär nicht über genügend finanzielle Mittel, können diese auch teilweise über das Unternehmen beschafft werden. Daher muss die AG, die sich der Börse abwendet, über eine
• geringe Nettoverschuldung und eine
• hohe Eigenkapitalquote oder über
• nicht zum Kerngeschäft gehörende Bereiche (z.B. Immobilien) verfügen.
• Eine günstige Aktienkursbewertung bei gleichzeitigem
• hohem Cashflow kann es dem Hauptaktionär erlauben, den Kaufpreis der restlichen "freien" Aktien über relativ kurzen Zeitraum nach Aufkauf und Börsenrückzug mit der voll übernommenen Gesellschaft selbst zu erwirtschaften.
• In gesättigten Märkten ist es für ein Unternehmen zur Finanzierung des Wachstums nicht unbedingt erforderlich, den Zugang zum Kapitalmarkt via Börse zu haben.
• Unternehmen mit geringer Zahl handelsfähiger Aktien (niedriger Free Float) sind für instituionelle Investoren zudem weniger interessant, da Kauf oder Verkauf dieser Aktien zu unerwünschten (kräftigen) Kursbewegungen führen kann. Dies erschwert auch die Durchführung von Kapitalerhöhungen; und damit fällt erneut ein Grund für die Börsennotiz weg.
• Geringe Transparenzbereitschaft ist zudem ein Punkt, sich aus der Börsen-Öffentlichkeit zurückzuziehen."
(Update 2003)

 

 

 

 
 
Was hat Ihr Berater gesagt? Was hat er gemeint? In diesem Seminar erfahren Sie, was Ihre Bank wirklich meint. Click!
Börsenseminar:
"Die Sprache der Analysen - kennen und verstehen"


Der nächste Termin dieses Seminars:
26. Januar 2010
17:00 Uhr
in
Börse Hannover