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Griechenland: Staatspleite

Das 2. EU-Rettungspaket für Griechenland

könnte am Montag, 6. Februar, in "trockene Tücher" gepackt werden.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass sich am Montag, vormittags, Fachleute aus den Finanzministerien der Eurostaaten treffen, um dieses Rettungspaket derart vorzubereiten, dass auf einem Sondertreffen der Euro-Finanzminister dieses dann am 6. Februar abends vereinbart werden könnte

Ein Vorbehalt bleibt aber erhalten:
»Der Ball ist jetzt in der griechischen Hälfte des Spielfeldes. Sie müssen jetzt die versprochenen Reformen umsetzen«,
hieß es sinngemäß in einem Pressegespräch des EU-Kommissars Olli Rehn.
»Alles ist miteinander verbunden. Der Schuldenerlass durch Privatgläubiger [PSI = private sector involvement] kann ohne den Rest des Pakets nicht vereinbart werden, da PSI durch eine Unterstützung aus dem 2. Hilfsprogramm finanziert werden muss«,
zitiert Reuters einen EU-Beamten, der mit den Verhandlungen vertraut ist.

Was gab es Neues zur Griechenland-Umschuldung auf dem gestrigen Treffen der Staats- und Regierungschefs aus den EU-Mitgliedsstaaten?

Nichts, was aufmerksame Beobachter und Leser dieser zusammenfassenden Informationsseite nicht schon wussten.
Oder vielleicht doch etwas Neues? Ja, tatsächlich!

Die wesentlichsten Daten im Abkommen zwischen dem Weltbankenverband IIF und Griechenland zum Schuldenerlass sollen nun per Ende dieser Woche (05.02.) unterschriftsreif auf dem Tisch liegen.

Bis Ende dieser Woche soll auch das 2. EU-Hilfspaket soweit abgesprochen und formuliert sein, so dass es beim nächsten EU-Finanzministertreffen am 12. und 13. Februar "finalisiert" werden kann.

Dieses 2. EU-Hilfspaket ist   d a s   Hilfspaket, aus dem vielleicht die im März 2012 zur Rückzahlung anstehende griechische 14,5 Milliarden-Anleihe zurückgezahlt werden   k ö n n t e. Wenn die in Athen derzeit noch arbeitende Beurteilungskommission "Troika" zu einem Votum kommt, das positiv interpretiert werden kann.

 

»Griechenland - eine europäische Tragödie«

So lautet der Titel des Buches von Wassillis Aswestopoulos, das ich Ihnen zur Überbrückung der heutigen nachrichtenlosen Zeit empfehle.

Der Journalist Aswestopoulos beschreibt, welche Hintergründe für die griechische Tragödie verantwortlich sein könnten. Für Aswestopoulos steht fest, dass die derzeitige Finanzkrise nicht Ursache der Probleme seines Landes ist. Diese sind nach seiner Meinung im politischen System seiner Heimat selbst angelegt: nämlich Bürokratie, Vetternwirtschaft, Korruption.

 

Wollen wir so gesehen werden?

Karikaturisten hatten Deutschland schon lange in Verdacht. Diese Karikatur erschien bereits am 08.10.2011 in der britischen Zeitschrift THE SPECTATOR. Sie illustrierte den Artikel von Faisal Islam, der damals bereits schrieb, dass Deutschland für den Ausgleich eines "Rettungsschecks" eine »Kultur der Stabilität« erreichen will.

Diese Rolle eines Zuchtmeisters ist auch in der Meinung von Lars P. Fels, Mitglied im bundesdeutschen Sachverständigenrat, nicht angemessen. Fels in einem Gespräch mit dem Redakteur der Börsen-Zeitung, Stephan Balling, am 21. Januar:

»Wir sind keineswegs der Musterschüler, als den wir uns derzeit sehen. Das betrifft vor allem die Bundesländer. Dort bestehen enorme Konsolidierungs-erfordernisse. Wir schaffen es ja nicht einmal in Deutschland, einen Sparkommissar von Berlin nach Berlin zu schicken«, sagte er mit Blick auf die notorisch klamme Bundeshauptstadt.

 

Nach dem Schuldenerlass: welchen Kurs könnte(n) Neu-Staatsanleihe(n) Griechenlands im Börsenhandel erreichen?

Ein zugegebener Maßen "spekulativer" Blick nach vorn und meine Antwort darauf, welchen Kurs eine 30-jährige Neu-Anleihe Griechenlands im späteren Börsenhandel erreichen könnte, erhalten Sie im pdf-Dateiformat durch Klick auf diese Zeile...

 

Dies ist ein ganz wichtiger Satz:

>Important understandings were reached on legal and technical issues<.
Veröffentlicht in der Presseerklärung des IIF am 27.01.12.

 

Wochenende der Entscheidungen

Das kommende Wochenende wird entscheidend für letzte Formulierungen im "freiwilligen" Umschuldungsabkommen zwischen dem Weltbankenverband IIF und der griechischen Regierung sein.

Eine Sitzung jagt die nächste. Update des Terminplans durch Klick auf diese Zeile aufrufen...

 

Widersprüchlich? Umstritten? Tot? Überraschung? Alles ist möglich im Poker der Griechenland-Umschuldung.

Informationen darüber, ob die im März 2012 Jahres fällige 4,30 % Griechenland-Anleihe (WKN A0T6US) vielleicht doch aus den Geldern des 2. EU-Hilfspakets voll zurückgezahlt wird, sind widersprüchlich. Version 1 lautet JA; Version 2 geht davon aus, dass auch dieser Anleihebetrag in den "freiwilligen" Schuldenverzicht einbezogen wird. An Version glaubt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (iwd). Es schreibt auf seiner Internetseite

>Im März muss das krisengebeutelte Griechenland mehr als 14 Milliarden Schulden zurückzahlen. Dazu wird es aber nur in der Lage sein, wenn Europäische Union und Internationaler Währungsfonds ihr zweites Hilfspaket von 130 Milliarden Euro freigeben. Hierfür muss sich das Land mit seinen privaten Gläubigern auf jenen 50-prozentigen Schuldenschnitt einigen, der auf dem EU-Gipfel im vergangenen Oktober beschlossen wurde.<

Umstritten ist per heute, ob die beurteilende sog. Troika aus EU, IWF und EZB eine positive Lagebeurteilung des griechischen Weges abgeben kann. Deren Voten im Jahr 2011 waren sehr zurückhaltend und lediglich aus hoch-politischen Gründen ist es damals zur Freigabe weiterer Hilfgelder aus dem 1. EU-Hilfspaket gekommen. Version 1 lautet JA, auch dieses Mal wird das Votum der Troika maximal lauwarm ausfallen. Version 2 lautet JA, auch diesmal wird aus hoch-politischen Gründen erneut eine weitere Tranche aus dem 1. EU-Hilfspaket freigegeben.

Tot könnten Zahlungen aus EU-Hilfsgeldern und der sog. freiwillige Privat-Schuldenerlass dann sein, wenn die Troika den Griechen ein derartig schlechtes Urteil ausstellt, so dass es selbst wohlmeinendsten Europa-Politikern die Sprache verschlägt.

Die Überraschung folgt am Wochende. Dann werden die Troika-Chefs Matthias Mors von der Europäischen Kommission, Klaus Masuch von der EZB und Poul Thomsen vom IWF sich die Erkenntnisse ihrer Experten anhören und für oder gegen weitere Zahlungen aus dem 1. Hilfspaket und neue aus dem 2. Hilfspaket votieren. Deren Votum würde eine Einigung oder vielleicht auch Noch-Nicht-Einigung zum Schuldenschnitt zwischen dem Weltbankenverband IIF und der griechischen Regierung auslösen.

 

Zur Umschuldung griechischer Anleihen ist (fast)
alles gesagt?

Die Grundzüge sind klar: Privatanleger werden auf einen riesigen Teil des Wertes ihrer Griechenanleihen verzichten (müssen). Und dafür dann neue Anleihen angeboten bekommen.

Da stellt sich die Frage, ob diese nach Entgegennahme baldmöglichst verkauft werden sollten - oder für eine überschaubare Zeit behalten werden sollten - oder sogar bis zur Endfälligkeit in etwa 20 Jahren?

Antworten darauf gibt es in persönlicher Form in Börsenseminar Umschuldung Griechenland. Und in einer generalisierenden schriftlichen Kurzfassung in Kürze hier auf dieser Seite als pdf-Datei zum Download.

 

Zeitplan Umschuldung Griechenlands. Click!Update des Zeitplans

Dallara wieder in Athen. Umtauschangebot wird vorgelegt.

Daten dazu durch Klick auf diese Zeile.

 

Welche Kurshöhe könnten die kommenden griechischen Umtauschbonds erklimmen?

Besser wäre gefragt, wie tief diese fallen werden?
Klar, dass es auf Laufzeit(en) und Nominalzins(en) ankommt. Ein Faktor wird aber auch die Bonitätseinstufung Griechenlands nach dem Schuldenschnitt durch Ratingagenturen sein.

Standard & Poor's hat bereits angedeutet, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass sie Griechenland auf >selective default< setzen werden. In Buchstaben also auf >SD<. In der Sprache der Ratingagentur S & P also so beschrieben wird:
Ein Schuldner mit dem Rating >SD< (Selective Default, d.h. selektiver Zahlungsverzug) hat eine oder mehrere seiner finanziellen Verpflichtungen (mit oder ohne Rating) bei Fälligkeit nicht erfüllt.

 

»Unter dreieinhalb Prozent (!) im Gepäck.«

Das x-te Treffen der Finanzminister der Euro-Länder ("EUROgroup") hat das gebracht, was nicht anders zu erwarten war:

Griechenland wurde aufgefordert, den vom Schuldenschnitt betroffenen Gläubigern für die kommenden Umschuldungsanleihe(n) einen Nominalzins von unter dreieineinhalb Prozent liegt.

Die EUROgroup (Eurogruppe) ist keine offizielles Organ der Europäischen Gemeinschaft und hat dementsprechend keine eigene Veröffentlichungspflicht ihrer Absprachen. Insofern kann (leider) nur auf offiziöse Statements einzelner EU-Finanzminister oder des Sprechers der EUROgroup zurückgegriffen werden. Und das offiziöse Statement, das von Jean-Claude Juncker zu hören war, lautete:

»Ministers asked their Greek colleagues to pursue negotiations to bring the interest rates on the new bonds to below 4%, which implies the interest comes down to well below 3.5%.«

 

>Round Up< zum Thema Umschuldung von Staaten.

Durch Klick auf diese Zeile erfahren Sie meine Einschätzung der kommenden Umschuldung griechischer Staatsanleihen...

 

Welche Kredite von EU und IWF erhält Griechenland?

Durch Internetforen geistert noch immer, dass Griechenland die Staatsanleihe mit Fälligkeit März 2012 aus Krediten zurückzahlen könne, die das Land von EU und IWF erhielte. Daran muss stark gezweifelt werden.

Die Zürcher Zeitung Finanz und Wirtschaft hat in ihrer Ausgabe vom 21.01. eine aufschlussreiche Tabelle veröffentlicht, die präzise aufführt wann Griechenland welche Teilzahlungen von EU und IWF erhielt oder ggf. noch erhalten wird. Jede Teilzahlung ist abhängig vom Votum der "Troika", die feststellt, ob Griechenland seine Restrukturierungszusagen weiter vorran treibt.

Die zweimal pro Woche erscheinende Finanz und Wirtschaft ist in größeren Städten in gut sortierten Bahnhofsbuchhandlungen erhältlich.

Durch Klick auf diese Zeile können Sie die Tabelle der Auszahlungen von Krediten an Griechenland ansehen.

 

Verhandlungsdelegation des Welt-Bankenverbandes IIF ist aus Griechenland abgereist.

Sie waren offensichtlich stinksauer. Hintergrund des unerwarteten und plötzlichen Abbruchs der Gespräche war weniger die Übermüdung, sondern wahrscheinlich das massive Einwirken des Internationalen Währungsfonds IWF und der EU-Kommission auf den Fortgang der Gespräche.

IWF und EU sollen kategorisch gefordert haben, dass letztlich ein Zins von unter 3 Prozent auf den/die kommende(n) Umschuldungsbonds' gezahlt würden.

Optimisten gehen davon aus, dass während des Wochenendes telefonisch oder per Videokonferenz die Umschuldungsgespräche dennoch weitergehen werden.

 

Verhandlungsführer des IIf, Dallara, ist abgereist.

 

»Hedgefonds wollen Verluste einklagen«

Derartige Überschriften geistern durch den Medienwald. Damit soll zweierlei erreicht werden. Erstens, dass Hedgefonds vorsorglich bereits am möglichen Scheitern einer "freiwilligen" Griechenland-Umschuldung Schuld sind. Und zweitens, dass die Zahlung von Staatsschulden eingeklagt werden könne.

Mindestens das Zweite, nämlich dass die Bezahlung von Staatsschulden nicht eingeklagt werden kann, wird aus Nicht-Wissen verschwiegen.

Der Deutschlandradio Kultur muss als Ausnahme unter den Medien einmal gelobt werden. Er hatte gestern morgen ein Interview mit Christoph Paulus, einem Insolvenz-juristen. In diesem Interview kam deutlich heraus, dass ein Einklagen von Staatsschulden ohne Erfolg sein wird. Diese Erfahrung haben die sog. hold-outs bei argentinischen Staatsanleihen nach deren Pleite bereits vor Jahren gemacht.

Durch Klick auf diese Zeile gelangen Sie zum Text des Deutschlandfunks mit Jan-Christoph Kitzler zum Thema Klage auf Rückzahlung der Griechenbonds...

 

Die gestrigen Gespräche zwischen den Verhandlungsparteien im Griechenland-Umschuldungspoker zogen sich bis nach Mitternacht hin.

Die Verhandlungen sollten heute (Sonnabend, 21.01.) fortgeführt werden. Herumgereicht werden inzwischen weitere (teilweise neue) Versionen, wie die Ausgestaltung des Schuldenschnitts den privaten Gläubigern Milliarden an Verlusten bescheren wird.

Neueste Version ist, dass die neue Umschuldungsanleihe eine 30-jährige Laufzeit haben wird und in Teilbeträgen ab dem 10ten Laufzeitjahr zurückgezahlt wird. Dieses wird >Grace-period< genannt. Also als eine "Gnade" der Kreditgeber, die Griechenland ihr Geld liehen.
Die griechische Verhandlungsdelegation forderte zudem eine weitere Gnade seitens des IIF ein: auf eine ursprünglich kommunizierte Bar-Rückzahlung von
15 Prozent auf bisher gegebene Kredite sollen private Gläubiger verzichten. (!) Stattdessen sollen sie diesen Teilbetrag in Form von 2-jährig laufenden Bonds erhalten, die vom EFSF ausgegeben werden.

Hart musste die griechische Seite auch bei der Frage des oder der Nominalzinssätze beim 30-jährigen Umschuldungsbond bleiben. Über die Troika drängte die EU-Kommission und das deutsche Finanzministerium die griechische Verhandlungskommission dazu, weiterhin auf Nominalzinssätzen zu bestehen, die unter vier Prozent liegen.

 

Nacht der Verhandlungen.

In einer Videokonferenz zwischen mit IIF- IWF- Griechen-Verhandlungsdelegationen ist die EU-Kommission über den erreichten Stand der Umschuldungs-gespräche informiert worden. Danach setzten sich die Delegationen in Athen wieder an den Verhandlungstisch. Ein End-Ergebnis soll über's Wochenende unbedingt erreicht werden.

Denn davon ist auch das Urteil der Troika zur Begutachtung der griechischen Lage abhängig. Diese soll ihre Schlussfolgerungen am kommenden Mittwoch (25.01.) dem IWF, der EZB und der EU-Kommission melden.

Die Umrisse des Umschuldungsabkommens werden dem 2005er Schuldenschnitt mit anschliessender Ausgabe neuer Argentiniensbonds ähnlicher. Es sickerte heute erneut durch, dass dem Neu-Griechenbond auch ein Besserungsschein beigefügt werden soll. Dieser würde in Abhängigkeit an spätere griechische Wirtschaftswachstumsraten in eine Verkürzung der 30-jährigen Laufzeit der griechischen Umtauschanleihe "eingetauscht" werden können.

 

(Noch) keine wirkliche Kenntnis über Zinssätze auf Umschuldungsbonds.

Einige "mit der Situation vertraute Kreise" geben nach Berichten der Nachrichtenagenturen, der davon abschreibenden Zeitungen und Blogs Zahlen zur Zinssätzen und Laufzeiten der/des Umschuldungsbonds' Griechenlands heraus. Daran dürfte maximal die Tendenz, wohin die Zins- und Laufzeitreise geht, abzulesen sein. Konkret gibt es auch heute keine präzisen Daten dazu. Die Financial Times wollte wissen, dass der Zins am Anfang der Laufzeit 3,00 % betragen solle und zum Ende dann 4,50 % wäre. Daraus würde sich ein Durchschnittszinssatz von 4,25 % ergeben. Das erscheint eine fragwürdige Rechnung zu sein.

 

Nicht amtlich - aber ziemlich nah an der kommenden Realität.

Die neuen (oder besser) der kommende Neu-Umtauschbond soll einen Anfangsnominalzins
von 3,6 % oder 3,7 % aufweisen.

In jedem kommenden zweiten Laufzeitjahr soll sich der Nominalzins dann erhöhen.

Aus anderer Quelle war zu hören, dass die Nominalzinserhöhung im entlang der Laufzeit alle drei oder vier Jahre progressiv angehoben werden solle.

Nicht mehr erwähnt wurde, ob es zwei Umtauschbonds mit unterschiedlichen Zinssätzen und Laufzeiten geben werde.

Fazit des heutigen Tages: nichts Genaues weiß man (noch) nicht.

Von der konkreten Ausgestaltung des/der Umtauschbonds ist es aber abhängig, den finanzmathematischen sog. Barwert der neuen Anleihe(n) zu bestimmen. 100 minus Barwert ergibt dann die Höhe des Haircuts in Prozent an, den private Gläubiger bei Zustimmung zum Umtausch erleiden. Und der Barwert würde auch die Höhe des/der Börsenkurse der Neu-Anleihen bestimmen.

Durch Klick auf diese Zeile gelangen Sie zum Barwert-Kalkulator der Nachrichtenagentur Reuters und können simulieren, was aus dem Umtausch der Griechenland-Anleihen an Verlust für Sie entstehen kann.

 

Unter den sich überschlagenen Meldungen zu Griechenland-Umschuldung...

... könnte dieser Ausschnitt die heute (bisher) interessanteste sein (sinngemäße Übersetzung hier):

»Selbst wenn die Verhandlungen schnell beendet werden, dürfte es Wochen dauern, bis die erforderlichen Schriftstücke formuliert sind. Die Vereinbarungen müssen aber klar sein, bevor die beiden Geldgeber (die EU und der IWF) bereit sind, weitere Gelder aus dem Oktober-Hilfsprogramm auszuzahlen.«

(Quellen Reuters und Kathemerini, Athen)

 

In mehreren sog. Internetforen wird gefragt, welche Griechenland-Anleihen einen Haircut erleiden werden?

Ihrer Ursprungsversion über die >umtauschfähigen< Staatsanleihen (Eligible Greek Government Bonds 'GGBs') vom 26.08.11 hatte die griechische Regierung 81 ihrer Anleihen aufgeführt. Beginnend mit >Bond Identification Numer 1<; einer Anleihe, die am 20.08.11 bereits vor Veröffentlichung der Liste-umtauschfähiger-Bonds fällig wurde. Die Liste endete mit Bond Nr. 81, der eine Fälligkeit am 13.07.20 aufweist.

Als Bond Nr. 7 ist die Anleihe aufgeführt, die am 20. März dieses Jahres fällig wird. Und um diesen Bond dreht sich das Spekulationskarussel. Diese Anleihe ist in großen Portionen auch von Privatanlegern erworben worden, die darauf setzen, dass das Umschuldungsabkommen zum Fälligkeitstag des Bonds (ISIN GR0110021236) nicht in Kraft ist - und der Anleihebetrag deshalb aus einer bilateralen EUROland-Hilfe in voller Höhe zurückgezahlt wird; zumindest aber zu 50 Prozent.

Es gibt auch Griechenland-Anleihen mit Laufzeiten über das Jahr 2020 hinaus. Diese sind in der oben erwähnten ursprünglichen Umtauschliste nicht aufgeführt und werden in einer Analyse der Bank HSBC vom 30.08.11 als >nicht umtauschfähige Bonds< bezeichnet.

Ich gehe davon aus, dass in den derzeitig laufenden Gesprächen die oben erwähnte Liste durch eine neue ersetzt wurde. Diese neue Liste dürfte als Bond Nr. 1 jetzt die 4,3 % Anleihe per 20.03.12 aufweisen und um Bonds mit Laufzeiten über 2020 verlängert worden sein.

Seit Veröffentlichung der Liste am 26. August 2011 sind Griechen-Bonds in Höhe von rund 8 Milliarden fällig gewesen.

Konkrete Zahlen zum Fälligkeitenprofil usw erhalten Sie direkt aus dem griechischen Finanzministerium durch Klick auf diesen Link...

 

Viele Meldungen - keine Fakten.

Die Medien schreiben sich die Finger wund. Aber harte Fakten zur kommenden Umschuldung der von Privat-Gläubigern gehaltener griechischer Staatsanleihen gibt es keine neuen.

Auch aus den Äußerungen des IIF-Chairman Josef Ackermann während des Neujahrsempfangs der Beratungsgesellschaft Roland Berger lässt sich keine neue Faktenlage heraushören. Ackermann hatte nach Meldung der Börsen-Zeitung zu erkennen gegeben, dass er die Diskussion um die Rolle der Hedgefonds für übertrieben hält. Und er meine nach wie vor, dass eine Einigung erzielt werde, aber zugleich auch ein "Restrisiko" da sei.

 

Dramatik nimmt zu - hektische Reisetätigkeit.

Die englische Huffington Post berichtete heute, dass Abgesandte des griechischen Finanzministerium in Richtung Internationaler Währungsfonds ("IWF") nach Washington abgereist seien, um auch dort das Thema Umschuldung vorzutragen.

 

 Wer hält Griechenland-Bonds?
Gesamtbetrag in Mrd €
ca.
355
 Davon liegen bei...
   

  griechischen Banken, Fonds
  und Pensionsfonds . . . . . . . .


85
 
  Banken der restl. Eurozone . . .
55
 
  Anlegern ausserhalb Eurozone .
70
 
  Notenbanken der Eurozone . . .
100
 
  EZB . . . . . . . . . . . . . . . . . .
45
 
   (Quellen: u.a. Goldman Sachs, Barclays, FuW Schweiz.)
In die Umschuldung (Schuldenstreichung von nominell 50 Prozent) sollten ursprünglich nur die Forderungen der sog. Privatgläubiger einbezogen werden. Forderungen der Notenbanken und der Europäischen Zentralbank sollten in voller Höhe erhalten bleiben.
 

Abschreibungen auf Griechenbonds rückwirkend per Bilanzstichtag 31.12.2011

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte wird deutlich. Sie geht davon aus, dass griechische Staatsanleihen dauerhaft als >wertgemindert< einzustufen und entsprechend den Vorschriften der Normen der Bilanzrichtlinien US-GAAP und IFRS abzuschreiben sind. Bisher stufte Deloitte Staatsanleihen nur als >vorübergehend wertgemindert< ein.

Siehe auch Meldung vom 17.01.12 zu der Beurteilung des deutschen Instituts der Wirtschaftsprüfer ("IDW").

Direkt zur Originalquelle dieser Meldung durch Klick auf diese Zeile...

 

Wirtschaftsprüfer rechnen erneut.

Die Empfehlungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer ("IDW") über die Höhe der zu bildenden Abschreibungen auf Anleihen Griechenlands binden Kreditinstitute, mit welchen Wertansätzen griechische Anleihen in Geschäftsabschlüssen einzusetzen sind. Auch das IDW stellt sich jetzt offenbar darauf ein, dass ein Schuldenschnitt von 50 Prozent auf den Nominalbetrag von Privatgläubigern gehaltener Bonds nicht die Endversion der Athener Gespräche sein wird.

In der Börsen-Zeitung (17.01.12) ist zu lesen, dass das IDW »bei einem Scheitern der Gespräche die Bilanzierungsempfehlung an die neue Situation angepassen muss«. Die Börsen-Zeitung weist auf die 34 %ige Marktrendite derzeitig umlaufender 10jähriger Griechenbonds hin. Daraus würde sich dann bei Annahme eines 4 %igen Zinsen auf 30jährige Neu-Umtauschbonds eine weitere Wertberichtigung ergeben, da die Neu-Umtauschbonds ebenfalls von vornherein einen drastisch tieferen sog. Barwert hätten.

Dieser je nach Ausstattung der Neu-Griechenlandbonds finanzmathematisch zu ermittelnde wirkliche geldliche Wert ("Barwert") wäre m.E. dann der maximale Börsenkurs der neuen griechischen Anleihen.

 

Leichte Änderungen im Zeitplan und in der Einschätzung, wie hoch der haircut auf die von privaten Gläubigern gehaltenen Griechenbonds sein wird.

Die Griechenland-EU-Troika mit Ihrem leitenden Experten Horst Reichenbach nimmt heute (17.01.12) die Arbeit ihrer Begutachtung auf. Das Ergebnis dürfte aber erst am kommenden Wochenende bekannt werden; nachdem ein Schlussgespräch mit den politischen Entscheidern abgestimmt wurde.

Der Schlusstermin in den Gesprächen ("Verhandlungen") zwischen dem Welt-Bankenverband IIF und dem griechischen Ministerien soll aber weiterhin vor dem 23. Februar liegen.

Die Ratingagentur Moody's hat nach einem Bericht der Athener Zeitung Kathimerini drei Szenarien des Schuldenschnitts durchgespielt. Demnach würde ein haircut von über 50 Prozent auf den Nennwert der Schuld sehr negative Konsequenzen für kleinere griechische Banken bedeuten. Moody's hat in den Szenarien haircuts von bis zu 70 Prozent durchgespielt. Ein Sprecher des IWF dementierte, dass ein haircut von über 50 Prozent geplant sei.

 

Umschuldungsbedingungen für griechische Staatsanleihen sollen spätestens am 23. Januar vorliegen.

Die Troika aus Mitgliedern der Europäischen Kommission, der EZB und des IWF wird erst gegen Abend in Athen eintreffen und ihre Bestandsaufnahme über den Fortgang der Reformanstrengungen Griechenlands beginnen.

Dabei dürften sie nur einen schleppenden Fortgang auf dem Weg des griechischen Schlendrians erkennen. Dennoch ist anzunehmen, dass aus "hoch-politischen" Gründen die Troika in drei Tagen zur Erkenntnis kommt, dass eine weitere Rate aus dem EU-Hilfsgelderprogramm an Griechenland fließen solle.

Die festgefahrenen Gespräche ("Verhandlungen") zwischen der griechischen Regierung und dem Welt-Bankenverband IIF werden am Mittwoch, 18.01., wieder aufgenommen. »Unser Ziel ist es, dass wir uns vor dem nächsten Treffen der sog. Eurogruppe ("Eurogroup") am 23.01. auf die Grundzüge des Anleiheumtausches geeinigt haben«, sagte der griechische Finanzminister Venizelos am Sonnabend.