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Börsentag
07.11.09
 
 
 
 
 

 

Die Taschen der Sparer werden geleert. Abgeltungssteuer - das neue Schreckgespenst für Anleger

Dies ist das Archiv der auf dieser Internetseite vom April 2008 bis Dezember 2008 gegebenen Informationen zur kommenden Abgeltungssteuer ("flat rate withholding tax") in Deutschland.

 

25.11.08 Ohne Formulare geht es nicht - neu: Erklärung Kirchenzugehörigkeit

In den nächsten Tagen werden die Kredit-institute Millionen von Briefen aussenden. Darin werden deren Kunden auf den kommenden Kirchensteuer-Abzug auf Kapitalerträge hingewiesen.

Viele Kunden sind völlig erstaunt - so richtig hatten die nie realisiert, dass auch die Kirche zugreift, wenn das Ersparte etwas an Ertrag abwirft.

Zukünftig werden die Kirchenkassen noch mehr klingeln. Denn Kirchensteuer ist auch auf Kursgewinne für ab 1.1.2009 gekaufte Wertpapiere fällig.

Als Steuereintreiber hat die Bundes-regierung erneut die Kreditinstitute auserkoren. Und diese stöhnen zu Recht unter den neuen Last, jetzt auch noch die Zugehörigkeit zu einer kirchlichen Vereinigung ihrer Kunden festzustellen.

  Bei der Feststellung der Kirchenmitgliedschaft gehen die Banken offenbar unterschiedlich vor.

Einige informieren lediglich, dass der Kirchensteuerabzug droht. Ein Formular zur Erklärung fügen sie bewusst nicht bei. Sie laden ein, die Filiale zu besuchen.

Andere Kreditinstitute fügen das Formular bei.

In beiden Fällen werden die Anleger nicht umhin kommen, eine Bankfiliale zu besuchen. Denn auch das Formular ist für ungeübte Formularausfüller so gestaltet, dass Ausfüllhilfe erforderlich sein wird.


22.11.08 Lebensversicherung verkaufen = Abgeltungssteuer wird nicht immer fällig

Vor ein paar Wochen hat die Hamburger Börse über eine Internet-Plattform den
Handel mit "gebrauchten" Lebens-versicherungen aufgenommen.

Hierdurch ergeben sich für den Lebens-versicherungskunden zwei Vorteile:
1. einen höheren Geldbetrag im Verkauf
zu erzielen, als die sog. Rückkaufswert,
den eine Lebensversicherung für die
Auflösung des Vertrages herausrückt,
zu erzielen.
2. den Verkauf an einen "Meistbietenden"
vorzunehmen, da die Börsenplattform
konkurrenzierende Kaufangebote
aufnimmt.

 

Der Verkaufserlös von Lebens-versicherungen kann dabei steuerfrei eingestrichen werden; wenn die Abwicklung im Jahr 2008 erfolgt.

Ab 2009 ist der Verkauf von Lebens-versicherungen grundsätzlich von der Abgeltungsteuer betroffen.

Davon wiederum gibt es Ausnahmen:
wenn der Vertrag vor dem Jahr 2005
abgeschlossen wurde, für mindestens
5 Jahre Beitrage eingezahlt wurden oder
bereits länger als 12 Jahre läuft.


29.09.08 Just for show - Anhörung von Experten zu weiteren Steueränderungen

Der Finanzausschuss wird am Mittwoch, dem 8. Oktober, Sachverständige zu den Entwürfen der Bundesregierung für ein Jahressteuergesetz 2009 (16/10189) anhören. Die Anhörung zum Jahressteuergesetz, die auch weitere Verschärfungen des Abgeltungssteuer-gesetzes regelt, beginnt um 11 Uhr im Sitzungssaal 2 M 001 des Reichstags-gebäudes.

 

 

 

Zum Jahressteuergesetz hört der Ausschuss 66 Sachverständige an, darunter die Professoren Joachim Englisch, Gisela Färber, Johanna Hey, Frank-Rüdiger Jach, Roman Seer, Franz Wassermeyer und Joachim Wieland.

Erfahrungsgemäß ändern die Anhörungen an den bereits vorformulierten Gesetzes-texten nichts mehr.

Mehr Information im pdf-Dateiformat:
Gesetzentwurf ansehen und downloaden


22.09.08 Bundesratsbeschluss 545/08 = 100 Seiten, die es in sich haben!

Texte aus den gesetzgebenden Regierungsstellen haben es in sich.

Das trifft auch auf den Beschluss 545/08
des Bundesrats zu. Der Bundesrat hat
am 19.09. ein weiteres Mal über das
Jahressteuergesetz 2009 getagt - und
sog. >Prüfbitten< an die Bundesregierung formuliert.

Diese Prüfbitten haben es in sich!


Lesen oder downloaden Sie hier im Dateiformat
den Bundesratsbeschluss vom 19.09.
in ganzer Länge...

 

Auf 100 Seiten hat der Bundesrat dutzende von Schlupflöchern und "Gestaltungsmißbräuche" in Bezug auf die kommende Abgeltungssteuer gefunden und auch gleich Vorschläge unterbreitet, die diese gestopft werden könnten.

Brisant sind dabei auch die verräterrischen Zeilen, aus denen klar zu lesen ist, dass das neue Personenkenn-zeichen zukünftig genutzt wird, jegliche Kapitalerträge von Geldanlegern zentral zu überwachen.

Die verräterischen Zeilen zur Überwachung lesen...


18.09.08 Die Katze hat es gemerkt. Bundesrat erteilt Prüfbitten zur Stopfung von
Schlupflöchern
Der Bundesrat wird morgen (19.09.) viele geplante "Reparaturen" an mit heißer Nadel genähten Gesetzen vorschlagen.

Unter anderem auch im Tagesordnungspunkt zum Jahres-Steuergesetz 2009.
  Der Bundesrat wird in puncto Abgeltungssteuer der Bundesregierung mehrere "Prüfbitten" erteilen, die sich auf
1. Schlupfloch >Depot mit Versicherung ummanteln" und/oder
2. Schlupfloch >Erträge aus Swap-Geschäften< beziehen.

 

Mehr und die genauen Texte gibt es im
pdf-Download der Bundesratsagenda

  Das sind in der Vorlage, die dem Bundesrat vorgelegt wird, die
Punkte 15 (Fondsmantel) und 18 (Swap)

04.09.08 Mäuse wissen es - zuviel Geraschel weckt die Katze

Groß angelegte Werbemaßnahmen, die für sog. Anlageprodukte werben, mit denen die Abgeltungssteuer umgangen werde, sind den Steuereintreibern selbstverständlich ein Dorn im Auge - und führen zu weiteren Rundumschlägen der Finanzbeamten.
So will das Finanzministerium eine bewusst seitens einiger Finanzvertriebe "gestrickte" Umgehungsmöglichkeit stoppen.

Bei dieser Umgehungsstrategie werden komplette Depotbestände in einen "Lebensversicherungsmantel" eingebracht. Dabei gilt die Einbringung der Depotbestände als Einmalprämie.

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Diese Konstruktion hätte dazu geführt, dass die mit Wertpapieren (und den Erträgen daraus) gefüllte Lebens-versicherung erst bei Endfälligkeit nur mit den für Lebensversicherungen ermäßigten Steuersatz versteuert worden wäre.

Das Finanzministerium wird entscheiden, dass solche Lebensversicherungen wie normale Vermögensverwaltungen gehandelt werden.

Und damit unterliegen die Gewinne und Erträge dann der "normalen" jährlichen Abgeltungssteuer.


25.07.08 Nach der Abgeltungsteuer bald die Schedulensteuer.

Entwaffnend offen und zugleich mehr als ärgerlich "gestand" der CDU/CSU-Finanzexperte und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Meister auf einer nicht öffentlichen Veranstaltung Anfang Juli ein, dass die kommende Abgeltungsteuer mit diversen Unzulänglichkeiten gespickt sei.

Und er hatte noch viel Schrecklicheres in petto. Er plädiere für eine Ausweitung der Abgeltungsteuer. Zugleich wäscht er seine Hände in Unschuld.

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Erstens hätte die, Aktie und Aktionäre diskriminierende, Abgeltungsteuer eingeführt werden müssen, um 500 Millionen Euro einzubringen, die zur Finanzierung der sog. Unternehmensteuerreform gebraucht werden.
Und zweitens würde die Ausweitung der Abgeltungsteuer ja auch von den Professoren des Sachverständigenrats gefordert. Diese plädieren für eine sog. Schedulensteuer auf Kapital- und Unternehmenseinkünfte.

15.07.08 Die Hoffnung stirbt zuletzt
Die Fondsindustrie hofft noch immer auf eine Verbesserung ihrer Situation unter dem Regime der kommenden Abgeltungsteuer. Sie hofft, dass im Rahmen des sog. Jahressteuergesetzes 2009 die diskriminierende Besteuerung von Kursgewinnen für laufende Fondssparpläne abgeschafft wird. |
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Nach der Sommerpause des Parlaments und des Bundesrates wird das Jahressteuergesetz 2009 politisch beraten.
Am 14. November wird der Bundestag über den Gesetzestext entscheiden.
Am 19. Dezember der Bundesrat.

12.07.08 Führt die Abgeltungssteuer zum Rücktransfer von Auslandsgeldern?
Die Bundestagsfraktion der Grünen wollte von der Bundesregierung erfahren, worauf sie sich so optimistische stütze, dass die Abgeltungssteuer sogar zum Rücktransfer von Geldern aus dem Ausland führen würde. |
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Die Antwort des Finanzministeriums auf die Anfrage der Grünen erhalten Sie durch Click auf diese Zeile im pdf-Download.

09.07.08 Fragen über Fragen - und Antworten des Finanzministeriums

Kreditinstitute und Investment-gesellschaften sind die Leidtragenden der mega-komplizierten Besteuerung von Kapitalgewinnen und Kapitalerträgen.

Zudem nimmt der Finanzminister die depotführenden Stellen auch noch in
"Vorbeugehaft": Kreditinstitute werden
für den korrekten Abzug von vornherein
für haftbar gemacht. Bußgelder und
Strafen angedroht, wenn etwas falsch
gemacht werden sollte.

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Da ist nur ganz natürlich, wenn die Steuer-experten in den Kreditinstituten die neuen Vorschriften des Einkommensteuer-gesetzes pingeligst auseinandernehmen - und dann Fragen über Fragen durch das Finanzministerium erläutert haben wollen.


07.07.08 Abgeltungssteuer ist die bekannteste Steuer bei den Deutschen
Diese Aussage verblüfft. Denn die Banken veröffentlichen laufend "Umfrage-ergebnisse", nach der nur jeder Zweite den Begriff Abgeltungssteuer kenne.

Der Umfrageergebnisse sind aber gänzlich anders zu werten!

Denn wenn jeder Zweite die Abgeltungssteuer kenne, dann wären das 41 Millionen Bürger. Aber so viele Sparer, die überhaupt mit der Abgeltungssteuer in Beziehung kommen könnten, gibt es leider in Deutschland nicht.

Angesichts der mikrigen Zahl von privaten Aktienanlegern hat die Abgeltungssteuer "gesamtdeutsch" ja auch nur wenig negative Relevanz.
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Im Gegenteil: Zinserträge werden für Millionen von Sparern-in-Festverzinslichen sogar niedriger besteuert.

Angesichts der problematischen Beratungspraxis der Kreditinstituten schreibt die Börsen-Zeitung dann auch treffen:
"Anleger, die den Abgeltungssteuer-Endspurt einfach verschlafen, machen vielleicht nicht das schlechteste Geschäft".


Das weist ziemlich deutlich darauf hin, dass die Abgeltungssteuer offensichtlich zur "Generierung" von Provision genutzt wird.


08.05.08 Bundesregierung bastelt weiter am Abgeltungssteuergesetz

Berlin: (hib/VOM) Die Bundesregierung plant in ihrem Entwurf des Jahressteuergesetzes 2009 eine Bereinigung von Vorschriften im Zusammenhang mit der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge.

Darüber hinaus solle das Investmentsteuergesetz an die Abgeltungsteuer angepasst werden, heißt es in ihrer Antwort (16/9012) auf eine
Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/8801).
Diskutiert werde eine Neuformulierung im Investmentsteuerrechts, mit der die Regelung der ausschüttungsgleichen Erträge präziser an die Vorschriften des Einkommensteuergesetzes angeglichen werden soll. Dabei würden auch Einlösungs- und Veräußerungserlöse aus Risikozertifikaten in die ausschüttungsgleichen Erträge mit einbezogen.

Änderungen bei der Besteuerung von Dachfonds seien nicht geplant. Sinn der Abgeltungsteuer sei unter anderem die einheitliche Behandlung der unterschiedlichen Kapitalanlageformen, um möglichst hohe steuerliche Transparenz und eine gleichmäßige Besteuerung zu erreichen.

Wenn am Markt neuartige Anlageprodukte angeboten würden, deren Zweck allein darin liege, etwaige Steuerschlupflöcher auszunutzen und eine einheitliche steuerliche Behandlung zu verhindern, werde sich die Bundesregierung auch weiterhin darum bemühen, die steuerlichen Sondervorteile solcher Gestaltungen zu verhindern, heißt es in der Antwort.

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Eine Gefährdung der privaten Altersvorsorge durch die Abgeltungsteuer sieht die Bundesregierung nicht.

Zwar führe die Einbeziehung der privaten Veräußerungserlöse in die Abgeltungsteuer zu einer höheren Besteuerung bei langfristigen Aktienanlagen und Investmentsparverträgen.

Nicht jede langfristige Anlage diene aber der Altersvorsorge. Eine steuerliche Besserstellung sei nur für Anlageformen gerechtfertigt, die ausschließlich der privaten Altersvorsorge dienen. Dafür stünden zertifizierte Verträge (Riester-Rente) und die Basisrentenverträge (Rürup-Rente) zur Verfügung. An deren Besteuerung habe sich nichts geändert. Außerdem würden Lebensversicherungen gefördert, die der Altersvorsorge dienen. Nach Einführung der Abgeltungsteuer würden zunächst generell 25 Prozent Kapitalertragsteuer auf die in den Auszahlungen enthaltenen Erträge erhoben. Werde jedoch nach zwölf Jahren und nach Vollendung des 60. Lebensjahres ausbezahlt, könne der Steuerpflichtige seine Steuerlast deutlich reduzieren. Dann würden die Erträge nur zur Hälfte besteuert, sodass es effektiv zu einer Steuerlast in Höhe des halben persönlichen Steuersatzes komme.
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Die Antwort der Bundesregierung auf die FDP-Anfrage bezüglich der weiteren Stopfung von Schlupflöchern bei der Abgeltungssteuer (pdf-Datei)

26.04.08 Zertifikatefonds bieten keine Abgeltungssteuerfreiheit
Die FDP hat eine Antwort auf ihre Anfrage (siehe unten) erhalten:
- "Änderungen bei der Abgeltungs-besteuerung für Dachfonds sind nicht geplant", schrieb die parlamentarische Staatssekretärin Nicole Kressl.
- Aber mit der Neuformulierung des Investmentsteuerrechts sei eine "Präzisierung des Begriff des ausschüttungsgleichen Erträge" vorgesehen.
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Im Klartext bedeutet dies, dass die Gewinne bei Dachfonds weiter wie bisher besteuert werden. Also genau so, wie jeder normale Einzelfonds.

Im Klartext bedeutet die Antwort der Staatssekretärin, dass "Einlösungs- und Veräußerungserlöse aus Risikozertifikaten" besteuert werden.

Und zwar auch dann, wenn diese in einer sog. "Fondshülle" anfallen.


17.04.08 FDP will Klarheit, welche Änderungen bei A-Steuer noch kommen
Seit Anfang April brodelt die Gerüchteküche. Das Bundes-finanzministerium wolle die Bestimmungen zur Abgeltungssteuer nochmals "verschärken".

Die Regelungen sollten so gestaltet werden, dass Dach- und Zertifikate-fonds sich nicht mehr als Steuer-schlupflöcher verkaufen könnten.
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Die Bundestagsfraktion der FDP will sich mit den Gerüchten nicht zufrieden geben. Sie fordert die Regierung auf, zu den Gerüchten Stellung zu nehmen.

Sie hat dazu eine sog. Kleine Anfrage an die Bundesregierung gerichtet.

pdf-Link zur Anfrage der FDP bezüglich Änderungen Abgeltungssteuer


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"Machen wir uns doch nichts vor, die derzeitige Gründungswelle bei den Dachfonds wurde von einem Marketing-Hype ausgelöst. Ich halte das nicht für einen guten Ausgangspunkt in der Produkt-Entwicklung".
Jürgen Schrameier
Vorstands-Vorsitzender der WWK Lebensversicherung

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